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Slowakei: Neues Kirchenfinanzierungsmodell vorgestellt

("Adventisten heute"-Aktuell, 17.2.2012) Der slowakische Kulturminister Daniel Krajcer stellte 18 staatlich anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften den Entwurf eines neuen Kirchenfinanzierungsmodells vor. In einer ersten Reaktion gegenüber APD schätzte Pastor Karol Badinsky, Präsident der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in der Slowakei, den Entwurf tendenziell positiv ein. Der Vorschlag des Ministers sehe vor, dass alle Steuerpflichtigen ein Prozent ihrer Steuern den anerkannten Kirchen und Religionsgemeinschaften zuschreiben könnten, so Badinsky. Dieses Modell entspreche im Prinzip der in Italien praktizierten Mandatssteuer.

Adventisten verzichten auf Lohnzuschüsse für Pastoren

"Bereits jetzt haben die anerkannten Kirchen Anrecht auf die Finanzierung der Löhne für Pfarrer und Angestellte durch den Staat", sagte der Kirchenleiter. Seine Freikirche, obwohl anerkannt, wolle vom Staat unabhängig sein und lehne die ihr jährlich zustehenden 300.000 Euro Lohnzuschüsse für Pastoren ab. Einzig 18.000 Euro für Verwaltungsangestellte würden akzeptiert. Sollte das vorgeschlagene Kirchenfinanzierungsmodell vom slowakischen Parlament verabschiedet werden, würden die Adventisten auch weiterhin das ihnen von den Bürgern zugeteilte Geld nicht für Saläre verwenden, so Pastor Badinsky. Vielmehr würde es zur Förderung sozialer Aktionen eingesetzt, die der Gesellschaft wieder zugutekämen, zur Unterstützung der Jugendarbeit sowie für die Adventistische Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Slowakei.

40 Millionen Euro mehr im Jahr?

Wer auf die Zuschreibung an religiöse Institutionen bei der Steuererklärung verzichte, dessen Geldmittel würden in einen Fonds zur Erhaltung des kulturellen Erbes fließen, wie Kathpress schreibt. Der Aufteilungsschlüssel sehe vor, dass jeweils zur Hälfte Kulturdenkmäler im Besitz der Kirchen und solche, die nichtkirchlich seien, bezuschusst würden. Für einen Übergangszeitraum von zehn Jahren sichere das Kulturministerium den Ausgleich der Zahlungen auf die Höhe der staatlichen Zuschüsse des Jahres 2011 zu. Minister Krajcer habe versichert, dass der Staat weiterhin für das konfessionelle Schulwesen und soziale Einrichtungen finanzielle Mitverantwortung tragen werde. Eine Schlechterstellung der Kirchen sei nicht beabsichtigt. Laut der Meldung hätten die staatlichen Dotationen im Jahr 2011 nur 37 Millionen Euro betragen, ein Prozent des Steueraufkommens entspräche aber 77 Millionen Euro. Damit bestehe sogar die Chance, dass die Kirchen mit dem neuen Modell besser fahren würden als bisher.

Kleinere Kirchen aufgeschlossen

Die Kirchen würden nach eingehender Begutachtung des Entwurfs ihre Stellungnahme abgeben, so Badinsky. Es sei aber bereits jetzt auszumachen, dass die kleineren Kirchen dem Vorschlag eher positiv gegenüberstünden. Die römisch-katholische Kirche, der fast 70 Prozent der Einwohner angehörten, habe hingegen noch vieles abzuklären.
Folgende 18 Kirchen und Religionsgemeinschaften sind in der Slowakei staatlich anerkannt: Apostolische Kirche; Brüderunität der Baptisten; BahÃḂÂṀí Gemeinschaft; Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten; Brüderkirche; Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage; Tschechoslowakische Hussitische Kirche; Evangelische Kirche Augsburger Bekenntnis / Lutheranische Kirche; Evangelisch-Methodistische Kirche; Griechisch-katholische Kirche; Christliche Gemeinschaften; Zeugen Jehovas; Neuapostolische Kirche; Orthodoxe Kirche; Reformierte Christliche Kirche; Römisch-katholische Kirche; Altkatholische Kirche; Zentralverband jüdischer religiöser Gemeinden.
In der Slowakei mit 5,4 Millionen Einwohnern, feiern 2.198 erwachsen getaufte Adventisten in 41 Kirchgemeinden Gottesdienste. Die Adventisten haben im Ökumenischen Rat der Kirchen in der Slowakei (ÖRKSR) den Beobachterstatus. (APD)

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