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Sklavenhandel in Libyen: „Grausame Verletzung der Menschenrechte"

In den Straßen von Lybiens Hauptstadt Tripolis. (Foto: Cüneyt Türksen, Wikimedia Commons, CC BY 3.0)

Der jüngste Videobeweis eines Sklavenmarkts im nordafrikanischen Libyen hat die internationale Aufmerksamkeit auf eine bisher weitgehend unveröffentlichte Menschenrechts-Tragödie gelenkt. Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten schließe sich den Forderungen jener an, „die eine konzertierte internationale Aktion fordern, um diese gewaltige Menschenrechtskatastrophe in Nordafrika zu beenden", sagte Nelu Burcea, Repräsentant der Kirche bei den Vereinten Nationen und stellvertretender Direktor der Abteilung für Außenbeziehungen und Religionsfreiheit (Public Affairs and Religious Liberty PARL).

Menschenhandel hat „keinen Platz im 21. Jahrhundert"

Gemäß Burcea sei der Sklavenhandel in Libyen nur ein Teil eines viel größeren Missbrauchs afrikanischer Flüchtlinge. Die geographische Lage Libyens, direkt am Mittelmeer und gegenüber Italien, habe Libyen zu einem wichtigen Transitpunkt für afrikanische Flüchtlinge gemacht, die nach Europa einreisen wollten. Die Internationale Organisation der Vereinten Nationen für Migration IOM (United Nations International Organization for Migration (IOM) schätzt, dass in den letzten drei Jahren rund 450.000 Menschen versucht haben, auf dem gefährlichen Seeweg von Libyen nach Europa zu gelangen, schreibt Adventist News Network ANN.

Die zunehmenden Bemühungen europäischer Länder den Menschenschmuggel zu unterbinden, führen dazu, dass sich immer mehr Flüchtlinge in den überfüllten libyschen Haftanstalten und provisorischen Flüchtlingslagern befinden. Berichte aus diesen Einrichtungen sprechen von schlimmen Bedingungen, schlechter Organisation und Gesetzlosigkeit. Im Zuge der Verschärfung der Situation sind verschiedene lokale Milizen und Stammesgruppen dazu übergegangen, diejenigen auszubeuten, die mittellos in Libyen gefangen sind, um entweder als Flüchtlinge nach Europa weiterzureisen oder in ihr Heimatland zurückzukehren. Am 28. November hielt der UN-Sicherheitsrat eine Dringlichkeitssitzung ab und versprach, seine Bemühungen zur Beendigung des Missbrauchs von Flüchtlingen in Libyen zu verstärken. UN-Generalsekretär António Guterres sagte, dass dieser Menschenhandel „keinen Platz im 21. Jahrhundert" habe.

Menschen sind keine Handelsware

Die jüngste Geschichte Libyens sei schwierig gewesen, mit enormen Verlusten an Menschenleben aufgrund einer anhaltenden zivilen Krise, sagte Pastor Rick McEdward, Präsident der Siebenten-Tags-Adventisten im Mittleren Osten und Nordafrika (Middle East and North Africa Union MENA). Er bezeichnet die im Video dokumentierte Behandlung von Flüchtlingen als „grausame Verletzung grundlegender Menschenrechte". „Wir dürfen nicht zulassen, dass in gescheiterten Systemen Menschen entwürdigt und als Ware gehandelt werden", sagt McEdward. „Als Kirche schließen wir uns der Stimme anderer an, um alle politischen, wirtschaftlichen und religiösen Führer zu ermutigen, sich in Wort und Tat zu vereinen, um die von Gott gegebene Würde des Einzelnen zu schützen. Wir müssen zusammenstehen, um die missbräuchliche Praxis der Sklaverei und alle anderen Formen des Menschenhandels zu verurteilen."

Thema wird bei Vereinten Nationen im Januar 2018 aufgegriffen

Ganoune Diop, Direktor der Abteilung für Außenbeziehungen und Religionsfreiheit (PARL) der adventistischen Weltkirchenleitung, sagte, dass sich die Weltkirche dafür einsetze, das Recht jedes Menschen auf eine würdige und respektvolle Behandlung zu verteidigen. „Als Adventisten glauben wir, dass jeder Mensch das heilige Zeichen seines Schöpfers trägt und von unendlichem Wert ist. Deshalb werden wir uns auch weiterhin auf höchster Ebene gegen den Missbrauch von Flüchtlingen und Migranten einsetzen." Laut ANN werde die Abteilung für Außenbeziehungen und Religionsfreiheit (PARL) der adventistischen Weltkirchenleitung dieses Thema bei den Vereinten Nationen am 22. Januar 2018 aufgreifen. Die adventistische Weltkirchenleitung sei eine von vier Organisationen, welche das jährliche Symposium über die Rolle der Religionen und religiöser Organisationen in internationalen Angelegenheiten organisiere und mitfinanziere. Das Thema dieser eintägigen Veranstaltung, die im Sekretariat der Vereinten Nationen in New York/USA stattfindet, lautet: „Migrationsperspektiven: Vertreibung und Marginalisierung, Inklusion und Gerechtigkeit" (Perspectives on Migration: Displacement and Marginalization, Inclusion and Justice). Solche Symposien bringen Nichtregierungsorganisationen, UNO-Beamte und religiöse Führer zusammen und bieten laut ANN die Möglichkeit, Wege zu erforschen, wie religiöse Gruppen mit internationalen Organisationen zusammenarbeiten können, um eine friedlichere und sicherere Welt zu fördern.


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