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Religion ist auch für eine säkulare Gesellschaft unverzichtbar

("Adventisten heute"-Aktuell, 30.5.2014) Die Kirche muss heute stärker als früher auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen, wenn sie wahrgenommen werden möchte. Dabei darf sie jedoch nicht ihren Kern aufgeben - das Reden von Jesus Christus. Darin waren sich Teilnehmer einer Diskussionsrunde beim Katholikentag am 29. Mai in Regensburg einig. Sie war überschrieben mit der Frage: "Wie viel Religion verträgt der säkulare Staat?"
Bundespräsident Joachim Gauck widersprach der These, wonach Deutschland auf dem Weg in eine gottlose Gesellschaft sei. Selbst wenn die Zahl der Kirchenmitglieder zurückgehe, so sage das nichts über die geistliche Vitalität der Gemeinden aus. Nach seinen Worten ist Religion auch für eine säkulare Gesellschaft unverzichtbar: "Wohin eine Gesellschaft ohne Gott führt, haben wir bei den Nationalsozialisten und den Kommunisten gesehen." Der evangelische Theologe ermutigte die Kirche, klar und ohne Schnörkel von Jesus Christus zu sprechen. Es sei ein Trugschluss zu meinen, wenn man zentrale christliche Aussagen in modische Begriffe kleide, komme man bei den Menschen besser an. Gauck: "Ich brauche die Kirche, weil sie von den letzten Dingen redet."


Soziologe: "Not lehrt Beten" stimmt


Auch der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück (München), sieht das Ende der Kirchen nicht gekommen. Die allgemeine Sinnsuche vor allem unter jungen Menschen spreche deutlich dagegen. Die katholische Kirche stehe vor der Herausforderung, Vielfalt zuzulassen, ohne beliebig zu werden. Der Soziologe Prof. Gert Pickel (Leipzig) verwies auf den Zusammenhang von Wohlstand und Religiosität. Je besser es einer Gesellschaft materiell gehe, desto geringer sei die Rolle der Religion. Insofern stimme das Sprichwort "Not lehrt Beten." Die religiöse Option sei für viele Menschen heute nur noch eine unter vielen.

Kulturbeauftragte: Kirche braucht Mut zur Schlichtheit

Die Kulturbeauftragte des Rates der EKD, Petra Bahr (Berlin), verwies auf die Vertrauenskrise, mit der viele Institutionen kämpften, nicht nur die Kirchen. Der moderne Mensch sei nicht mehr bereit, sich ohne weiteres langfristig zu binden. Wer nicht zur Kirche gehöre, sei aber nicht automatisch "glaubenslos". Man müsse Konfessionslosen aber deutlich machen, warum die Kirche für sie relevant sei: "Der Kirchen- und Verlautbarungssound, den auch Funktionäre gern austauschen, ist da nicht besonders einladend." Zugleich warnte Bahr die Kirche vor Aktionismus. Zu viele Strategien schadeten mehr als sie nützten: "Manchmal wäre schon viel gewonnen, wenn wir bestimmte Dinge einfach ließen." Statt perfekt durchgeplanter Shows machte die Theologin Mut zur Schlichtheit. (idea)


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