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"Null Punkte" für Naidoo

("Adventisten heute"-Aktuell, 27.11.2015) "Riesenaufregung: Der Sänger Xavier Naidoo sollte Deutschland beim "Eurovision Song Contest" vertreten. Er singt zwar von christlichen Werten, tritt aber gleichzeitig vor einer politisch extremen Gruppierung auf. Am Sonnabend zog die ARD die Nominierung zurück. Wer ist der Mann, der Deutschland nicht repräsentieren kann? Ein Beitrag von Julia Bernhard"

Nach 48 Stunden war der Traum von der Teilnahme beim größten europäischen Musikwettbewerb - dem "Eurovision Song Contest" (ESC) - für Xavier Naidoo vorbei. Man habe unterschätzt, wie sehr der Sänger polarisiere, erklärte die zuständige ARD und zog die Nominierung Naidoos zurück. Im Netz hatten vor allem die Anhänger des Wettbewerbs Xavier Naidoo als unwürdig befunden: Vom Rassisten, Schwulenfeind, Antisemiten und Rechtsradikalen war die Rede. Naidoo verteidigte sich. Die Botschaft seiner Lieder sei "Freiheit, Toleranz und Liebe", erklärt er, der sich als überzeugten Christen bezeichnet.

Katholisch erzogen

Spätestens seitdem Xavier Naidoo bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 die deutsche Nationalmannschaft besang, ist seine Soulstimme in vielen Ohren. Der Sänger wurde 1971 als Sohn eines deutsch-indischen Vaters und einer südafrikanisch-irischen Mutter in Mannheim geboren und katholisch erzogen. Erste Erfahrungen mit der Musik machte er in Kirchenchören. Im Teenageralter wandte sich Naidoo eigenen Angaben zufolge jedoch zunehmend von der katholischen Kirche ab. Mit den Heiligen und den Dogmen kann er bis heute nichts anfangen, sagt er. Der Glaube an Gott aber sei ihm wichtig geblieben. Seit dem Beginn seiner musikalischen Karriere 1994 sind seine Texte von christlichen Themen und biblischen Bildern durchtränkt, die allerdings nicht immer theologisch lupenrein sind. Vielmehr zeugen sie von einem Suchenden im weiten religiösen Spektrum. Für Verwirrung sorgt auch, dass er sich früher gerne selber als "Erlöser" bezeichnet hat. Mehrere seiner Lieder sind regelrechte Hymnen an Gott. In einem Stück heißt es beispielsweise: "Sie ist nicht von dieser Welt, die Liebe, die mich am Leben hält". Seinen Gesang bezeichnete Naidoo auch schon mal als Gebet. Auch kirchenferne Menschen fühlen sich in seinen Songs erstaunlich gut aufgehoben. Sechs Mal hat er bereits den deutschen Musikpreis "Echo" erhalten.

Ein Anhänger von Verschwörungstheorien

Xavier Naidoo beschäftigt sich auch mit der Apokalypse. In den 90er Jahren erklärte er, er lebe in der Endzeit und glaube an einen Bibel-Code, der angeblich Ereignisse voraussagen könne. Naidoo gilt bis heute als Anhänger von Verschwörungstheorien - auch im politischen Bereich. Deutschland sei immer noch von den Alliierten besetzt, sagt er gerne. Und auch den Ablauf der Anschläge in Amerika am 11. September 2001 bezweifelt Naidoo öffentlich. Für die Verbreitung seiner Ansichten nutzte er im vergangenen Jahr eine Veranstaltung der rechtsextremen "Reichsbürger", die die Bundesrepublik für illegitim halten. Angeblich wollte er sich aber nur mit ihnen auseinandersetzen und sie nicht unterstützen, ließ er seine Fangemeinde wissen. Die Entscheidung der ARD vom Samstagnachmittag, ihn nun doch nicht zu entsenden, kommentierte der umstrittene Naidoo mit einem einfachen: "Ist okay." (idea)

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