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Nigeria: Gewaltausbrüche haben primär soziale Gründe

("Adventisten heute"-Aktuell, 27.1.2012) Die adventistische Kirche im Nordosten Nigerias habe aufgrund der Gewaltausbrüche keine Verluste an Menschenleben zu beklagen oder Zerstörungen von Gebäuden, sagte Pastor Bindas Stephen Haruna, Präsident der Kirchenregion. Beim Wiederaufflammen der Angriffe durch die extremistische Terrorgruppe "Boko Haram" auf Christen und Kirchen sei hingegen das Eigentum einiger Kirchenmitglieder geplündert oder angezündet worden.
Die Gewalt zwischen Christen und Muslimen sei laut den römisch-katholischen Bischöfen Nigerias nicht primär im Religiösen zu suchen. "Es geht um die gerechte Verteilung von Macht, Land und Öl-Reichtum. Das Streben nach dem Gottesstaat ist nur ein religiös und gewalttätig aufgeladener Ruf nach Gerechtigkeit", sagte laut Kathpress der Erzbischof von Jos, Ignatius Kaigama. Auch die Streichung der Verbilligung des Treibstoffs durch die nigerianische Regierung habe zu den Gewaltausbrüchen beigetragen, berichtet Adventist News Network (ANN), was zur Verdoppelung der Benzinpreise und landesweiten Demonstrationen geführt habe.
Die nigerianischen Bischöfe zeigten sich besorgt über die "Hilflosigkeit der Regierungsstellen im Umgang mit den wachsenden Sicherheitsproblemen", so Kathpress. Mit militärischer Gewalt allein seien die Konflikte allerdings nicht zu lösen. In einem Land, in dem 70 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsgrenze lebten, gelte es vor allem, die Sozial- und Bildungspolitik zu reformieren.
Die nigerianische Schriftstellerin Chimamanda Ngozi Adichie habe laut Guardian die religiösen Führer aufgefordert, sich klar gegen Gewaltanwendung auszusprechen. "Leiter der christlichen Kirchen sollen sich weiterhin für den Frieden und das Gemeinwohl einsetzen und darüber predigen, dass Christen keine Vergeltung üben", so die Schriftstellerin.
Die andauernde Gewalt zwischen christlichen und muslimischen Gruppen im Nordosten Nigerias habe zu einer großen Verunsicherung der Menschen geführt, so ANN. Der Kirchgang sei massiv zurückgegangen, weshalb manche Kirchen geschlossen werden mussten.
Die adventistische Kirchenleitung in Nigeria habe wegen der prekären Sicherheitslage und der nächtlichen Ausgangssperre evangelistische Großveranstaltungen ausgesetzt, wie Kirchenverantwortliche mitteilten. Die Gemeindemitglieder seien ermutigt worden, den Glauben an Jesus Christus in Kleingruppen weiterzugeben sowie zu beten und zu fasten.
Nigeria ist mit rund 155 Millionen Einwohnern der bevölkerungsreichste Staat Afrikas. Über die Hälfte der Einwohner bekennt sich zum Islam; vor allem der Norden ist fast ausschließlich islamisch geprägt. Der Anteil der Christen in Nigeria wird mit 40 bis knapp unter 50 Prozent angegeben. Das islamische Nordnigeria ist noch ärmer als der christliche Süden, wo das Öl fließt, zählt aber zwei Drittel der Bevölkerung.
In Nigeria leben rund 277.000 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten, die in 858 Kirchgemeinden den Gottesdienst feiern. Sie unterhalten eine Universität, drei Gymnasien, zwei technische Gymnasien, zwei Mittelschulen, 101 Grundschulen, ein Waisenhaus, vier Spitäler, 18 Kliniken und zwei Veterinärkliniken. (APD)

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