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Martin Walser: Rechtfertigung gibt es nur durch Gott

("Adventisten heute"-Aktuell, 4.5.2012) Zu einem zentralen Begriff der christlichen Theologie, der Rechtfertigung, hat der Schriftsteller Martin Walser (Überlingen/Bodensee) Stellung genommen. Der 85-jährige Katholik hielt die 15. Berliner Rede zur Religionspolitik an der Humboldt-Universität. Walser hat sich in seinen Büchern wiederholt mit dem christlichen Glauben auseinandergesetzt, zuletzt in der Novelle "Mein Jenseits" und dem soeben erschienenen Buch "Über Rechtfertigung. Eine Versuchung".
Die Rechtfertigungslehre fragt danach, was geschehen muss, damit das durch die Sünde des Menschen belastete Verhältnis zwischen Mensch und Gott in Ordnung kommen kann. Nach dem Römerbrief (5,18) ist durch Jesus Christus "die Rechtfertigung des Lebens über alle Menschen gekommen". Walser zufolge war das Gerechtfertigtsein des Menschen durch Gott früher das Wichtigste. Heute sei man darüber hinaus, Rechtfertigung "von oben" zu erwarten. Es genüge, dass es einem gut gehe, dann sei der Rechtfertigungsbedarf schon gedeckt. Jeder fühle sich heute im Recht. Walser: "Wir führen, wenn es uns gut geht, unser Wohlergehen auf uns selbst zurück. Also auf unsere Werke. Die, die ihre Gelungenheit noch als Gnade erleben, dürften seltener vorkommen."
Kritik äußerte Walser am Atheismus: "Wer sagt, es gebe Gott nicht und nicht dazusagen kann, dass Gott fehlt und wie er fehlt, der hat keine Ahnung." Laut Walser zeichnet es religiöse Denker wie den Apostel Paulus, den Kirchenlehrer Augustinus (354-430) die Reformatoren Johannes Calvin (1509-1564) und Martin Luther (1483-1546) sowie den reformierten Theologen Karl Barth (1886-1968) aus, dass sie die Frage, wie ein Mensch Rechtfertigung erreiche, nie haben aussterben lassen. Walser zitierte dazu eine Aussage von Barth: "Fehlt deinem Leben Rechtfertigung, die nur Gott ihm geben kann, dann fehlt ihm jede Rechtfertigung." (idea)

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