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Kommentar: Gehört der Islam zu Deutschland?

("Adventisten heute"-Aktuell, 1.4.2016) Die Wellen schlagen hoch: Paris, Köln, Brüssel, jetzt Lahore (Pakistan). Ängste werden wach. Doch Vertreter der Islamverbände besänftigen unermüdlich, unterstützt von einigen Kirchenvertretern: "Mit dem Islam hat das alles nichts zu tun!" Umso wichtiger ist es, die Realitäten wahrzunehmen.

Deutschland als freiheitliche Demokratie gewährt Religionsfreiheit. Wer gegen die Anwesenheit von Muslimen kämpft, kämpft gegen Windmühlen. Wir drehen das Rad nicht in eine christliche Monokultur zurück. Ja, der Islam gehört zu Deutschland, und zwar in Gestalt der Personen, die sich zu ihm bekennen. Mit dem Islam kommt jedoch eine andere Kultur zu uns, denn jede Religion hat kulturbestimmende Folgen. Leider wird das bei vielen in unserem Land übersehen, weil sie selbst den religiösen Bezug verloren haben.

... aber nicht der Islam in seiner jetzigen Gestalt

Die deutsche Kultur ist Langzeitfolge jüdischer, christlicher und humanistischer Tradition. Für Christen ist jeder Mensch Ebenbild Gottes und von daher von gleichem Rang, ungeachtet von Rasse, Hautfarbe und Geschlecht. Der Historiker Heinrich August Winkler stellt fest: "Die Idee des Individuums, die im Zentrum unserer Rechtskultur steht, hat eindeutig christliche Wurzeln." Die Väter des Grundgesetzes haben bewusst entsprechende Werte festgeschrieben: "Die Würde des Menschen ist unantastbar", "Die ungestörte Religionsfreiheit wird gewährleistet" etc.

Diese Werte sind nicht verhandelbar. Muslime können nicht erwarten, dass sie zugunsten anderer Wertvorstellungen aufgeweicht werden. Es dürfen sich keine Parallelstrukturen und Ghettos bilden, in denen man Recht und Gewalt in die eigenen Hände nimmt. Doch jeder Muslim ist willkommen, der sich in unsere kulturelle Werteordnung einfügt und sie positiv mitgestaltet. Dass es Probleme mit dem Islam gibt, bedeutet nicht, dass wir Probleme mit allen Muslimen haben.

Der Islam hat ein Gewaltproblem

Die Gretchenfrage lautet: Wie hält es der Islam mit der Demokratie? Ob eine Religion in der Demokratie angekommen ist, zeigt sich nicht dort, wo sie sie für eigene Belange nutzt, sondern ob sie dort, wo sie die Mehrheit stellt, die Freiheitsrechte anderen gewährt. Davon sind islamisch dominierte Länder weit entfernt.

Der Islam hat auch zum Thema Gewalt ein anderes Verhältnis als die Kirchen. Im christlichen Glauben ist Gewalt grundsätzlich Sünde, auch wenn Christen oft dagegen verstoßen haben. Aber "im Islam gibt es keine generellen Berührungsängste mit Krieg und Kampf" (die Islamwissenschaftlerin Ursula Spuler-Stegemann). Mohammed war nicht nur Religionsstifter, sondern auch Feldherr.

Eine Studie aus dem Bundesinnenministerium konstatiert: Es sei "festzuhalten, dass mit islamischer Religionszugehörigkeit eine signifikant erhöhte Akzeptanz von Gewalt verbunden ist". Der Islam kann nur dann zu Deutschland gehören, wenn er auf gesellschaftliche Machtansprüche verzichtet und Demokratie und Menschenrechte bejaht und anderen gewährt. Ob ein solcher "Euro-Islam" möglich ist, steht in den Sternen. (idea)

Der Autor, Pfarrer Christoph Morgner (Garbsen bei Hannover), war von 1989 bis zu seinem Ruhestand 2009 Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes.

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