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Im Gefängnis frei werden (Kommentar)

("Adventisten heute"-Aktuell, 26.2.2016) Voraussichtlich nächste Woche, am 29. Februar, ist Uli Hoeneß (64) wieder ein freier Mann. Dann wird der ehemalige Präsident des FC Bayern vorzeitig aus der Justizvollzugsanstalt Landsberg entlassen. Er saß dort seit dem 2. Juni 2014 wegen Steuerhinterziehung in Höhe von 28,5 Millionen Euro ein. Eigentlich wurde er zu dreieinhalb Jahren verurteilt. "Ich hoffe, die Haft hat für Uli Hoeneß ausgereicht", sagt Josef Müller. "Denn es braucht eine gewisse Zeit, um sich mit den eigenen Taten auseinanderzusetzen und die eigenen Fehler einzugestehen."

Einstiger Millionär Josef Müller: "Im Gefängnis frei geworden"

Müller weiß, wovon er spricht. Wegen Steuerhinterziehung und anderer Betrugsdelikte musste er in der JVA München-Stadelheim einsitzen. Während seines Aufenthalts dort, ist er Christ geworden. Heute sieht Müller diese fünfeinhalb Jahre als den großen Wendepunkt in seinem Leben. "Ich bin im Gefängnis mit Jesus frei geworden. Ich sah plötzlich keine Gitter mehr", sagt der seit einem Unfall auf einen Rollstuhl angewiesene einstige Millionär. Entscheidend war für ihn, dass er seine Strafe bejahte. "Wer nur die Zeit absitzt und sich selbst als Opfer sieht, der läuft Gefahr, bald wieder hinter Gittern zu landen", so der ehemalige Steuerberater. Das sei ein Grund für die hohe Rückfallquote. "Jeder hat die Wahl. Es kommt auf die Lebenseinstellung an", ergänzt der 60-Jährige. Die tägliche Bibellese und Gespräche mit Gefängnisseelsorgern halfen ihm, seine Haft als Chance zu sehen.

Bei der Entlassung hatte er Angst

Als Müller entlassen wurde, hatte er Angst. Wie werden die Mitmenschen auf ihn reagieren? "Ich hoffte, die Leute nehmen mich ganz normal auf. Schließlich hatte ich gebüßt." Letztlich habe es zwei Lager gegeben: Die einen wollten nichts mehr mit ihm zu tun haben, die anderen hielten zu ihm und zeigten sich barmherzig - auch von ihm Geschädigte. "Leider gab es auch Christen aus meiner alten Kirchengemeinde, die mich nicht mal mehr ansahen, obwohl ich ihnen nichts getan hatte." Halt fand Müller im Augsburger Gebetshaus. In der überkonfessionellen Einrichtung, in der Christen rund um die Uhr beten, wurde Müller unvoreingenommen aufgenommen. "Die jungen Leute wussten, dass ich im Gefängnis war. Trotzdem durfte ich bei ihnen mitmachen." Das ist für ihn wahre Jesus-Nachfolge, schließlich sei Christus auch auf Betrüger wie den Zöllner Zachäus zugegangen.

Wie schaffte Müller es zurück ins bürgerliche Leben? Die Versuchung war groß, wieder die Schickeria-Partys in München zu besuchen. Müllers Wohnort Fürstenfeldbruck liegt genau in der Mitte zwischen München und Augsburg. "Ich habe die freie Wahl, ich kann 30 Kilometer in die eine Richtung fahren oder 30 in die andere." München meidet er lieber, das Gebetshaus in Augsburg sucht er oft auf. "Das Umfeld hat einen großen Einfluss. Es ist entscheidend, mit wem man sich umgibt." Seine Strafe hält er für absolut gerechtfertigt. Noch heute zahlt er mit seinem Honorar für Bücher und Vorträge seine Schuld ab. Seine Haftdauer wurde wie die von Hoeneß verkürzt. "Der Gefängnisaufenthalt war für mich ein Weckruf. Ich hoffe, für Uli Hoeneß ist er es auch." (idea/Dennis Pfeifer)

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