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Hochschule Friedensau kritisiert Einheits-Dokument der adventistischen Weltkirchenleitung

("Adventisten heute"-Aktuell, 18.11.2016) Die Theologische Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg hat mit einer Stellungnahme auf das Dokument "Einheit in der Mission: Verfahren zur Schlichtung kirchlicher Angelegenheiten" der adventistischen Weltkirchenleitung reagiert. Der Exekutivausschuss der Generalkonferenz hatte das umstrittene Dokument am 11. Oktober verabschiedet, um festzulegen, wie mit kirchlichen Verwaltungseinheiten umzugehen ist, die sich nicht an gefasste Beschlüsse von übergeordneten Dienststellen halten.

Theologische Diskussion ermöglichen

"Wir teilen die Besorgnis des Dokuments um die weltweite Einheit und Mission der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten", heißt es gleich im ersten Punkt der Stellungnahme der Hochschule. "Es ist zweifellos nötig, mit kirchlichen Dienststellen zu beraten, die biblische Prinzipien, wie sie nach unserem besten Verständnis in den Glaubensüberzeugungen der Siebenten-Tags-Adventisten zum Ausdruck kommen, anscheinend übersehen oder ignoriert haben." Kirchenbeschlüsse und Richtlinien, die nicht eindeutig auf biblischen Prinzipien beruhen, dürften jedoch nicht die theologische Diskussion ersetzen. Die Frage der Ordination von Frauen zum Pastorenamt sei ein solcher Fall. Hier sollte eine vertretbare Meinungsvielfalt ermöglicht werden. "Wir sind ernsthaft besorgt, dass das Dokument "Unity in Mission" in Verbindung mit den angekündigten Folgemaßnahmen dazu verwendet werden wird, Dienststellen zu maßregeln, die scheinbar eine Verweigerungshaltung haben, tatsächlich jedoch bestrebt sind, die Lehren und Werte der Freikirche hochzuhalten und gewissenhaft in dem ihnen anvertrauten Verantwortungsbereich zu handeln", heißt es in der Stellungnahme der Theologischen Hochschule Friedensau weiter.

Einheits-Dokument

Das dem Exekutivausschuss der adventistischen Weltkirchenleitung am 11. Oktober zur Beschlussfassung vorgelegte dreiseitige Dokument "Einheit in der Mission: Verfahren zur Schlichtung kirchlicher Angelegenheiten", sieht ein zweistufiges Vorgehen gegenüber Kirchenleitungen vor, die Beschlüsse der Weltkirche nicht einhalten. In einem ersten Schritt sollen während eines Jahres verschiedene Konsultationen unter Gebet auf unterschiedlichen Ebenen der Kirche geführt werden. Mittels eines Pastoralbriefs sollen diese Kirchenleitungen dringend gebeten werden, die Übereinstimmung mit den Beschlüssen der Weltkirche wiederherzustellen. Sofern die Angelegenheit damit nicht geklärt werden kann und Glaubens-überzeugungen (Fundamental Beliefs) sowie Beschlüsse oder Richtlinien der Weltkirche betroffen sind, soll die zweite Stufe eingeleitet werden. Die "verfahrensrechtlichen Schritte" ("procedural steps") im Rahmen der zweiten Phase sollen durch die Weltkirchenleitung (General Conference Administrative Committee) erarbeitet und dem Exekutivausschuss bei seiner Sitzung im Jahr 2017 zur Beratung und Beschlussfassung vorgelegt werden. (APD)

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