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Historische Jahressitzung der adventistischen Weltkirchenleitung

Juan Prestol-Puesán, Finanzvorstand der adventistischen Weltkirchenleitung (Foto: Brent Hardinge/Adventist News Network ANN)

Vom 11. bis 17. Oktober fand in Battle Creek, Michigan/USA, die Jahressitzung (Annual Council) des Exekutivauschusses (GC-ExCom) der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) statt. Die mehr als 300 Delegierten aus der ganzen Welt versammelten sich unter dem Thema «Vertraue seinen Propheten» (Faithfulness to his Prophets). Historisch war die Jahressitzung aus zwei Gründen: Einerseits ist Battle Creek der ehemalige Sitz der Generalkonferenz. Andererseits wurde eine Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen bezüglich Regelverstöße getroffen.

LEAD-Führungskonferenz

Die ersten drei Tage einer Jahressitzung sind jeweils Leitungsthemen gewidmet. Die LEAD-Konferenz stand unter dem Titel «Vergangenheit mit einer Zukunft» (The past with a future). Sie ermöglichte den Teilnehmenden aus der ganzen Welt einen Einblick in die Vergangenheit ihrer Kirche durch Präsentationen oder den Besuch des «Historic Adventist Village» in Battle Creek. Dort sind historische Gebäude aus der adventistischen Pionierzeit sowie Fitnessgeräte, die Dr. John Harvey Kellogg für seine Patienten im «Western Health Reform Institute» entwickelte, zu besichtigen. Kellogg erfand mit seinem Bruder die knusprigen Getreideflocken, die Kellogg-Cornflakes.

Beschluss zum Verfahren bei Regelverstößen

Am 14. Oktober, dem ersten Sitzungstag, beschlossen die Delegierten mit 185 zu 124 Stimmen, bei zwei Enthaltungen, ein Vorgehen, wie mit Kirchenleitungen verfahren werden soll, die nicht in Übereinstimmung mit Beschlüssen der Weltkirchenleitung sind. Auslöser für diesen Beschluss ist die Ordination von Pastorinnen, wie sie in den USA und einigen europäischen Ländern durchgeführt wurde, entgegen den Beschlüssen der Weltkirchenleitung. Für die Befürworter der Ordination von Pastorinnen ist es eine Gewissensfrage, ob Frauen durch Nichtordination gegenüber Männern diskriminiert werden dürfen. Dieses Problem könne nicht mit einem Mehrheitsbeschluss geregelt werden, um die Einheit in der adventistischen Kirche wiederherzustellen, argumentierten Gegner der Vorlage. Die Verfechter der Vorlage, mehrheitlich aus dem globalen Süden, brachten vor allem «law and order»-Argumente vor, dass klare Regeln auch klare Verhältnisse und damit Ordnung und Frieden in der Kirche schaffen würden.

Missionsbericht

Laut G. T. Ng, Generalsekretär der adventistischen Weltkirchenleitung, ist die Kirche in 213 von 235 von der UNO anerkannten Ländern und Territorien tätig. Unter dem Titel «Missionar» sind gemäß Gary Krause, Leiter von «Adventist Mission», kaum mehr Pastoren in anderen Ländern tätig, sondern vor allem Lehrpersonen, Administratoren, Medizinisches- und Pflegepersonal sowie Hilfswerkmitarbeitende bei ADRA. Für den «Freiwilligendienst der Adventisten» (Adventist Volunteer Service, AVS) sind dieses Jahr bis August 1.155 Personen, meist Jugendliche oder junge Erwachsene, weltweit im Einsatz. Sie werden mit Einführungskursen für kulturübergreifende Einsätze geschult.

Enzyklopädie der Adventisten

Die Serbin Dragoslava Santrac leitet die Arbeit an der neuen Enzyklopädie der Adventisten, die primär online zugänglich sein wird, mit Artikeln, Fotos, Videos, und Tonträgern. Sie soll an der Weltsynode 2020 mit 2.500 Artikeln vorgestellt werden und in den Folgejahren kontinuierlich ausgebaut werden.

Statistischer Bericht

Laut dem Historiker David Trim, Leiter des Büros für Archive, Statistik und Forschung der Weltkirchenleitung, hatte die Kirche weltweit am 30. Juni 2018 mehr als 21 Millionen Mitglieder. Die Verlustrate liege immer noch hoch, so Trim. Von zehn Adventisten würden vier die Kirche wieder verlassen, schreibt Adventist Review, nordamerikanische Kirchenzeitschrift.

Finanzbericht

«Der Finanzbericht zeigt ein besseres Bild als im Vorjahr», sagte Juan Prestol-Puesán, Finanzvorstand der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz). «Auch wenn unsere Erträge aufgrund niedrigerer Anlagerenditen leicht rückläufig sind, so sind unsere Aufwendungen geringer und das Nettoergebnis weist nach wie vor eine positive Zahl auf», so Prestol-Puesán. Die Stärke des US-Dollar habe Auswirkungen auf die Gelder aus anderen Staaten, die an die Weltkirchenleitung überwiesen würden, aber die negativen Auswirkungen hätten eingedämmt werden können durch die Absicherung bestimmter Währungen. Zu den Zielen der Finanzabteilung der Weltkirche gehöre ein ausgeglichener Finanzhaushalt, genügend liquide Mittel und Betriebskapital sowie die Bereitstellung von Mitteln zur Unterstützung von bedürftigen Weltregionen. Ein weiteres Ziel bestehe darin, die Finanzvorstände mit qualitativ hochwertiger Ausbildung auf einem hohen Niveau zu halten.

Ethische Investitionspraxis

Victor Marley, Kirchenpräsident in Norwegen, fragte, ob die versprochenen Umschichtungen von Investitionen der Kirche in Aktien von Firmen, die Waffen, Kampffahrzeuge, Munition oder anderen Techniken zur Kriegsführung herstellten, zwischenzeitlich vollzogen worden seien. «Ja, wir haben uns vollständig von allen verdächtigen Investitionen getrennt», sagte Prestol-Puesán; «aber es gibt keine Möglichkeit, jedes Detail jedes Unternehmens, in das wir investieren, zu kennen. Es erfordert eine ständige Beaufsichtigung.»

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