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Herausforderung: Kinder stark für das Leben machen

Wenn Kinder mit biblischen Geschichten wie „David und Goliath“ aufwachsen, in der der Schwächere eine Chance auch gegen den Starken hat, stärke dies das Vertrauen in sich selber, die Umwelt und Gott. (Foto: Stephanie Hofschlaeger/ pixelio.de)

In den Gliedkirchen der EKD finden immer weniger Kindergottesdienste statt. Zugleich sinkt die Zahl der Besucher. Nach den neuesten Angaben gab es 2015 183.847 Kindergottesdienste, die am „Zählsonntag“ Invokavit von 91.000 Jungen und Mädchen besucht wurden. Im Jahr 2000 waren es 340.839 Kindergottesdienste – mit 181.810 Teilnehmern. Nun trafen sich rund 2.000 Personen bei der Gesamttagung für Kindergottesdienst in der EKD vom 10. bis 13. Mai in Stuttgart.

Christlicher Glaube stärkt das Selbstbewusstsein

Die Studienleiterin am Religionspädagogischen Institut der Evangelischen Landeskirche in Baden, Susanne Betz (Karlsruhe), vertrat die Ansicht, dass der christliche Glaube das Selbstbewusstsein von Kindern fördere. Der Glaube, dass jeder Mensch von Gott geliebt und gewollt ist, schaffe ein zuversichtliches Weltbild. Wenn Kinder mit biblischen Geschichten wie „David und Goliath“ aufwachsen, in der der Schwächere eine Chance auch gegen den Starken hat, stärke dies das Vertrauen in sich selber, die Umwelt und Gott. Ähnlich äußerte sich der württembergische Landespfarrer für Kindergottesdienst, Frank Widmann (Stuttgart): „Die Geschichten aus der Bibel machen Kinder stark fürs Leben.“ Leider besuchten immer weniger Kinder regelmäßig einen Kindergottesdienst, so Widmann. Trotzdem habe er den Eindruck, dass viele Familien wollen, dass ihre Kinder mit dem christlichen Glauben in Berührung kommen.

Trost und Hoffnung durch biblische Geschichten

Der evangelische Theologe und Religionspädagoge Prof. Friedrich Schweitzer (Tübingen) nannte es eine wachsende Herausforderung, Zugänge zu biblischen Geschichten zu ermöglichen. Dies gelinge, wenn man die Erfahrungen der Kinder anspreche und nachfrage, wie sie eine Geschichte verstehen, sagte Schweitzer, der bis 2014 auch als Vorsitzender der Kammer für Bildung und Erziehung der EKD amtierte. Er regte an, Kinder als Theologen wahrzunehmen. Sie machten sich nach seiner Beobachtung zunehmend Gedanken über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den Religionen. Zudem übernähmen sie die Glaubensüberzeugungen aus dem Elternhaus nicht einfach, sondern fänden selbst Antworten auf Fragen wie etwa nach Tod und Sterben. Ziel müsse es sein, sie dabei nicht allein zu lassen, sondern ihnen durch biblische Geschichten Denkanstöße anzubieten. Dadurch könne man ihnen Trost und Hoffnung schenken.

Kunst: Kreuz aus Spültüchern

Der Vorsitzende des Gesamtverbandes für Kindergottesdienst in der EKD, Pfarrer Thomas Volz (Frankfurt am Main), zog gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea ein positives Fazit der Tagung. Kinder seien nicht die Zukunft der Kirche, sondern bereits ihre Gegenwart. Man könne sie durchaus erreichen, wenn man dies wolle und der Kindergottesdienstarbeit einen Schwerpunkt im Gemeindeleben einräume. In seiner Gemeinde seien inzwischen die Gottesdienste, in denen Kinder ein zuvor eingeübtes Musical aufführten, deutlich besser besucht als die Gottesdienste an Heiligabend und Weihnachten. Stark angesprochen habe ihn das Zentrum „Kirche, Kirche, Kunst“, wo Mitarbeiter gelernt hätten, mit Alltagsmaterialien Kinder zu begeistern, etwa mit Hilfe eines Kreuzes aus Spültüchern.


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