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Haben Christen eine besondere Nähe zu Israel?

("Adventisten heute"-Aktuell, 2.9.2011) Stehen Christen dem heutigen Israel näher als jedem anderen Land? Darüber ist eine kirchliche Debatte entbrannt. Auslöser war ein Beitrag im Deutschen Pfarrerblatt, in dem der württembergische Pfarrer Jochen Vollmer (Reutlingen) die einseitige Unterstützung Israels durch Kirchen und christliche Israelfreunde kritisiert. Zwei Theologen haben in Beiträgen für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar) kontrovers zu dieser Frage Stellung genommen.

"Eine herausragende Stellung"

Für den Direktor der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem, Pastor Jürgen Bühler, steht fest: "Israel ist natürlich ein besonderes Land für jeden Christen." Die moderne Wiederherstellung Israels auf biblischem Land bestätige den uralten Bund Gottes mit Abraham. Dieser Bund enthalte unter anderem "die Landverheißung an Israel und ebenso, dass im Samen Abrahams alle Völker gesegnet werden sollen". Die frohe Botschaft Jesu Christi sei laut dem Apostel Paulus die direkte Konsequenz dieses Bundes. Gott habe dies nie aufgehoben, sondern auch im Neuen Bund immer wieder bestätigt. Die besondere Wertschätzung Israels bedeutet laut Bühler jedoch nicht, "dass man als Christ alles gutheißen soll und darf, was Israel tut". Das jüdische Volk sei ebenso erlösungsbedürftig wie die Palästinenser und die Deutschen. Es habe jedoch in seiner heilsgeschichtlichen Berufung eine herausragende Stellung. Bühler: "Die physische Wiederherstellung des Staates Israel lässt uns hoffen, dass sich alle Verheißungen einer geistlichen Erneuerung ebenso erfüllen werden."

"Staaten haben keine göttliche Mission"

Dagegen verneint der baptistische Theologe Frank Fornaçon (Kassel) die Frage, ob Christen Israel besonders nahe stehen. "Staaten haben keine göttliche Mission", so das Präsidiumsmitglied des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden (Baptisten- und Brüdergemeinden). Christen hätten allerdings eine besondere Nähe und Verantwortung für die Juden. Weil Israel die Heimstatt der Juden sei, litten Christen stets darunter, wenn das Land angegriffen werde. Sie ermutigten auch ihre Regierungen, für Israel einzustehen: "Aber nicht, weil der Staat Israel etwas Besonders ist." Auch dieser Staat verdiene, verteidigt zu werden, wenn er seinen Auftrag erfülle, für Frieden und Gerechtigkeit zu sorgen, das Gute fördere und dem Bösen wehre. Gott sei seinem Volk treu, dem Judentum genauso wie der Kirche. Er brauche dafür keine modernen Nationalstaaten: "Er ist Juden in New York, London oder St. Petersburg genauso nah wie in Haifa oder Tel Aviv." Fornaçons Fazit: "Seitdem Gott in Jesus Christus Mensch wurde, ist seine Offenbarung nicht mehr an ein bestimmtes Land oder einen Ort wie den Tempel gebunden." Weil Christus alle Menschen liebe, dürften Christen nicht einige lieber haben als andere: "Und schon gar nicht ihre Staaten." (idea)


  • Siehe auch "Israels Politik und das Schweigen der Christen" in WELT ONLINE




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