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Größte Reorganisation im adventistischen Verlagswesen in den USA

("Adventisten heute"-Aktuell, 20.6.2014) Die Mitgliederversammlungen der nordamerikanischen, adventistischen Verlage "Review and Herald Publishing Association" (RHPA) und "Pacific Press Publishing Association" (PPPA) haben am 17. Juni nacheinander mit Zweidrittelmehrheit für eine Reorganisation gestimmt, die von der Gemeindezeitschrift "Adventist Review" (AR) als "historisch" bezeichnet wurde. Mit der Reorganisation hofften die Kirchenleiter die digitale Präsenz und die langfristige Rentabilität der Verlagsarbeit zu sichern.
RHPA wird eine Institution der adventistischen Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) und gibt ihre Betriebstätte (einschließlich der Druckerei) auf. PPPA mit Sitz in Nampa (Idaho) wird zu einer Institution der Nordamerikanischen Kirchenleitung (NAD), behält ihre eigene Druckerei und wird Druckaufträge, Produktionen und andere Auftragsarbeiten für die Weltkirchenleitung erledigen. Diese Reorganisation tritt am 1. Juli 2014 in Kraft.

RHPA: 1849 von James White gegründet

Die RHPA wurde 1849 in Rocky Hill, Connecticut von James White, dem Mitbegründer der Siebenten-Tags-Adventisten, gegründet. Das finanziell angeschlagene Verlagshaus werde laut AR den Betrieb an seinem jetzigen Standort in Hagerstown (Maryland) einstellen, als Institution der Weltkirchenleitung weitergeführt werden und in deren Verwaltungsgebäude in Silver Spring (Maryland) Büros beziehen. Dort werde RHPA weiterhin für die Herausgabe verschiedener Produkte der Weltkirchenleitung zuständig sein, ohne diese selbst herzustellen. Dazu gehören u. a. die Zeitschriften "Adventist Review" und "Adventist World", die Standardausgabe der Studienanleitung zur Bibel, Sabbatschulmaterial für Kinder und Jugendliche und die Veröffentlichungen des Biblischen Forschungsinstituts (BR). Diese Institution wird nur wenig Personal benötigen, da die derzeitigen Redakteure bereits bei der Weltkirchenleitung angestellt sind.

Verändertes Leseverhalten

Grundstück, Gebäude und Arbeitsmittel von RHPA sollen demnach verkauft werden. Der Erlös solle an PPPA gehen, um die Entwicklung von E-Books, Apps sowie andere Formen digitaler Medien zu unterstützen. "Wir glauben, dass es eine große Zukunft für Medienprodukte gibt, aber nicht unbedingt für Druckerzeugnisse", sagte Robert Lemon, Finanzchef der adventistischen Weltkirchenleitung.
Das Leseverhalten habe sich in den letzten Jahren auch innerhalb der Kirche massiv verändert, weg von Druckerzeugnissen hin zu Websites, Blogs etc. Ein durchschnittliches adventistisches Buch werde in den USA in einer Auflage von 4.000 bis 5.000 Exemplaren verkauft, so Lemon.

Zahlen sprechen klare Sprache

Laut "Adventist Review" hätten die adventistischen Leiter der Welt- und auch der Nordamerikanischen Kirchenleitung befürchtet, dass beide Verlagshäuser ohne diese Restrukturierung in Konkurs gegangen wären. Die Einnahmen bei RHPA seien von 45,8 im Jahr 1985 auf 21,8 Millionen US-Dollar im Jahr 2013 gesunken. In der gleichen Zeit hätten die Vollzeitstellen von 315 auf 112 reduziert werden müssen. Bei PPPA seien die Einnahmen in dieser Periode von 46,7 auf 17 Millionen US-Dollar gesunken und die Zahl der Vollzeitstellen von 210 auf 99.
Hinzu käme, dass bei RHPA seit 2000 fast jedes Jahr Verluste zu verzeichnen gewesen seien. PPPA habe hingegen in der gleichen Periode fast jedes Jahr Gewinne gemacht und gegenwärtig ein Kapital sowie Vermögenswerte im Rahmen von 25 Millionen US-Dollar.
Die Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten unterhält zurzeit 63 Verlage weltweit. Bei der RHPA sind ca. 170 Personen, bei der PPPA ca. 280 angestellt. Beide beliefern mehr als 400 selbständige Vertreter ("Buchevangelisten") mit Kinder- und Gesundheitsbüchern, sowie 24 christliche Buchläden (Adventist Book Centers) in den USA und Kanada. In den USA und Kanada leben etwa 1,1 Millionen Siebenten-Tags-Adventisten. Im deutschsprachigen Raum sind es ca. 43.000 Gemeindeglieder; hier betreibt die Freikirche einen Verlag in jedem der drei Länder - Saatkorn-Verlag in Lüneburg, Advent-Verlag in Krattigen (Schweiz) und Top Life Center/Wegweiser-Verlag in Wien -, jedoch keine eigene Druckerei mehr. (APD/edp)
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