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Gesellschaft für bedrohte Völker: Die Situation in Afrin ist schrecklich

Antikriegsgraffiti auf Mallorca. (Foto: A. Dreher/ pixelio.de)

Türkische Truppen haben das vornehmlich von Kurden bewohnte Gebiet um Afrin im Norden Syriens erobert. Laut dem Nahostreferenten der Gesellschaft für bedrohte Völker, Kamal Sido (Göttingen), ist die Situation in der Stadt schrecklich. Leichen lägen auf den Straßen, Augenzeugen berichteten von Plünderungen und Morden an Zivilisten, sagte er im Interview mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. In der Region gebe es eine große religiöse Toleranz. Auch aus diesem Grund hasse der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan das Gebiet so sehr: „Wir toleranten Muslime sind aus seiner Sicht nicht muslimisch genug. Er will die Scharia in der Region einführen.“ Ursprünglich hätten sich rund 1.000 Christen in der Stadt befunden, darunter viele ehemalige Muslime. Wie viele es heute seien, wisse er nicht. Dass die Bundesregierung auch nach dem Einmarsch türkischer Truppen Rüstungslieferungen in Millionenhöhe an den NATO-Partner Türkei genehmigt habe, bezeichnete er als „Ausdruck einer Komplizenschaft mit der islamistischen Regierung Erdogans“. Der Angriff auf das Krankenhaus in Afrin und die Bombardierung des einzigen Fluchtwegs aus der Stadt nach Nord-Aleppo seien eine massive Verletzung des Genfer Abkommens.

Sido: „Deutschland und die NATO-Staaten müssen ein sofortiges Ende der Kriegsverbrechen ihres NATO-Partners Türkei verlangen und eine Bestrafung der Verantwortlichen für die Verbrechen fordern.“

Die beiden großen Kirchen in Deutschland sollten sich Sido zufolge stärker gegen die Verfolgung von Christen in Syrien und insbesondere in Afrin aussprechen. Sie müssten „endlich Farbe bekennen und klarstellen, dass der radikale Islam eine tödliche Gefahr für alle ist“. Sido ist Kurde und stammt aus Afrin. Ein Teil seiner Familie hat bis zuletzt in der Stadt gelebt. Seit einigen Tagen kann er keinen Kontakt mehr zu ihnen herstellen. Er wisse nicht, ob sie geflohen seien.

 


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