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Gebet und Soforthilfe für Haiti

("Adventisten heute"-Aktuell, 15.1.2010) Nach dem schweren Erdbeben in Haiti - siehe Meldung " Erdbeben in Haiti: ADRA leistet Soforthilfe " vom 13.1.2010 - versuchen christliche Hilfswerke, eine erste Bilanz der Schäden in ihren Projekten zu ziehen. Außerdem läuft die Katastrophenhilfe an. Internationale christliche Dachorganisationen rufen zu Gebet und zur Solidarität mit den Betroffenen auf.
Unter den Opfern soll sich auch der katholische Erzbischof von Port-au-Prince, Serge Miot (63), befinden. Nach ersten Berichten stehen die Bewohner der Hauptstadt unter Schock. Viele schreien: "Jesus, Jesus".
Der Internationale Direktor der Weltweiten Evangelischen Allianz, Geoff Tunnicliffe (Markham/Kanada), rief alle Christen zum Gebet für Haiti auf. Ganz besonders brauchten die christlichen Gemeinden Fürbitte. Sie müssten sich um die geistlichen, seelischen und materiellen Bedürfnisse von Hunderttausenden kümmern.

Heilsarmee: Kinderheim zerstört

Nach Angaben der Heilsarmee in dem Karibikstaat sind mehrere Gebäude der sozial und evangelistisch wirkenden Freikirche zerstört, darunter ein Kinderheim. Bis auf ein Kind seien aber alle 52 Jungen und Mädchen in Sicherheit. Die Heilsarmee, die seit 1887 in Haiti tätig ist, organisiert von den USA aus Katastrophenhilfe. So werden 285.000 Mahlzeiten zur Verfügung gestellt. Die Heilsarmee ist in Haiti auch Partner der Kindernothilfe (Duisburg). Neben dem Kinderheim sollen zwei gemeinsam geförderte Schulen von dem Beben betroffen sein. Es gebe auch noch kein Lebenszeichen von zwei Mitarbeitern des Kindernothilfe-Büros in Port-au-Prince. Die Kindernothilfe hat eine Kooperation mit dem christlichen Hilfswerk humedica (Kaufbeuren) vereinbart. Es hat ein Team aus vier Ärzten, einer Krankenschwester, einem Pfleger sowie zwei Koordinatoren nach Haiti entsandt. Mit ihrer Ausrüstung können sie bis zu 3.000 Patienten erstversorgen.

Adventistisches Hospital braucht dringend Hilfe von außen

Das "Hospital Adventiste d'Haiti", eine Einrichtung der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Port-au-Prince wurde durch das Erdbeben nur leicht beschädigt und leistet seit dem Eintritt der Katastrophe tausenden von Verletzten Hilfe. Obwohl Ärzte und Pflegepersonal pausenlos arbeiteten, könnten sie den Zustrom Hilfe suchender Menschen nicht bewältigen, teilte die stellvertretende Direktorin der Adventistischen Entwicklungs- und Katastrophenhilfe ADRA Haiti, Kettelin Israel, mit. Die Klinik und das gesamte Grundstück seien völlig überfüllt. "Nun sind die Vorräte an Medikamenten und medizinischem Bedarf aufgebraucht und wir warten dringend auf Hilfe von außen."

ADRA international verstärkt

ADRA Haiti hat seinen Sitz auf dem Gelände des adventistischen Krankenhauses. Das Hilfswerk versorge laut Israel Überlebende des Erdbebens mit Nahrungsmittel, Trinkwasser und Decken. ADRA habe auf dem Krankenhausgelände und an einigen Plätzen in Carrefour Zelte aufgebaut, welche die Organisation in ihrem Katastrophenlager vorrätig hatte. "Aber auch unsere eigenen Mittel sind jetzt erschöpft", beklagte die stellvertretende Direktorin.
"Zurzeit sind vom internationalen ADRA-Netzwerk vier mobile Kliniken und zwei Ärzteteams mit den notwendigen Medikamenten und Verbrauchsmaterialien auf dem Weg nach Haiti", teilte der Pressesprecher von ADRA Deutschland, Heinz-Hartmut Wilfert (Weiterstadt bei Darmstadt), mit. In den mobilen Kliniken können bis zu 1.000 Patienten täglich behandelt werden. Mit der Wasseraufbereitungsanlage können bis zu 90.000 Menschen pro Tag mit Trinkwasser versorgt werden. Das Leitungsteam von ADRA auf Haiti wird verstärkt durch Fachleute u. a. aus Kanada und ADRA-Deutschland. In der Bundesrepublik arbeitet ADRA mit den Partnern der "Aktion Deutschland Hilft" zusammen und steht den Medien als Kommunikations-Manager zur Verfügung.

Adventisten und deren Einrichtungen auch betroffen

Auf Haiti gibt es mehr als 335.000 Siebenten-Tags-Adventisten in 470 Gemeinden. Sie betreiben ein Krankenhaus, eine Universität, eine Bäckerei und dutzende von Schulen. Die Kirchenleitung macht sich Sorgen um die etwa 100.000 Gemeindeglieder, die in Port-au-Prince leben. Außerdem liegen noch keine genauen Informationen über die Schäden an den 123 Gemeindehäusern und den vielen Schulen der Hauptstadt. Tausende Gemeindeglieder werden jedenfalls vermisst, ein Gemeindepastor wurde getötet. Zwei der größten Kirchenhäuser wurden zerstört. Auf dem Campus der Universität, die auch beschädigt wurde, suchen hunderte von Opfern Schutz. (idea/APD/ANN)

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