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Früherer Leiter der Adventisten in China verstorben

("Adventisten heute"-Aktuell, 18.3.2011) Im Alter von 93 Jahren verstarb in Loma Linda (Kalifornien, USA) der chinesische Pastor David Lin. Er leitete bis 1950 in Schanghai als Sekretär (Geschäftsführer) die Siebenten-Tags-Adventisten in China. Da er nach Auflösung der adventistischen Kirchenleitung durch die Kommunisten als Pastor nicht mehr offiziell arbeiten durfte, verdiente er seinen Lebensunterhalt unter anderem mit Übersetzungen aus dem Englischen.
1958 wurde Lin wegen "konterrevolutionärer Umtriebe" unter Hausarrest gestellt. Er hatte in Briefen an die adventistische Weltkirchenleitung in den USA auch über Schwierigkeiten seiner Gemeindeglieder berichtet, die sie aufgrund der politischen Verhältnisse hatten. 1960 erfolgte die Verurteilung zu 17 Jahren Gefängnis. Während dieser Zeit war Lin von seiner Ehefrau Clara und seinen fünf Kindern getrennt. Anschließend an seine Haft wurde er zu einer Bergwerksgesellschaft verbannt und übersetzte technische Bücher aus dem Englischen. Nach fünfjähriger Arbeit bekam er eine staatliche Altersrente und kehrte 1983 nach Schanghai zurück, wo er wieder seinen Dienst als Pastor aufnahm. 1991 rehabilitierte ihn ein Gericht und sprach ihn von allen Vergehen frei. Lin trat als Geistlicher in den Ruhestand und übersiedelte mit seiner Frau nach Loma Linda, Kalifornien.
Als 1949 die Kommunisten die Macht ergriffen, gab es im Land 21.168 erwachsen getaufte Siebenten-Tags-Adventisten in 278 Gemeinden, die von 347 Pastoren betreut wurden. Sie unterhielten 14 Krankenhäuser, 112 Grundschulen, zwei Verlagshäuser und ein theologisches Seminar. Seit 1951 wurden die Adventisten, wie auch Christen anderer Konfessionen, systematisch verfolgt, ihre Kirchenorganisation aufgelöst sowie ihre Schulen, Kranken- und Verlagshäuser verstaatlicht.
1958 übernahm zwar die Patriotische Protestantische Drei-Selbst-Bewegung (TSPM) mit ihren Prinzipien Selbstunterhaltung, Selbstverwaltung und Selbstverbreitung für alle protestantischen Kirchen die Verantwortung, so dass die einzelnen Konfessionen ihre Eigenständigkeit verloren. Die chinesischen Adventisten feiern jedoch nicht wie andere Protestanten den Gottesdienst am Sonntag, sondern nach wie vor am Samstag, dem biblischen Sabbat, und behielten ihre Identität.
Die Adventisten sind heute in der Volksrepublik China eine wachsende Religionsgemeinschaft mit fast 400.000 Gläubigen in rund 4.500 Gemeinden, einschließlich sogenannter "Hauskirchen", die von 110 ordinierten Pastorinnen und Pastoren betreut werden. (APD)

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