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Frauenordination: Trotz Wachstumsschmerzen - gemeinsam wachsen

("Adventisten heute"-Aktuell, 14.8.2015) Die Delegierten der Generalkonferenz-Vollversammlung (Weltsynode) der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten (in San Antonio (Texas/USA) lehnten es im Juli ab, den teilkontinentalen Kirchenleitungen (Divisionen) die Kompetenz zu übertragen, ob sie die in ihrem Bereich tätigen adventistischen Pastorinnen für ihr Kirchenverwaltungsgebiet ordinieren wollen oder nicht.

Erklärung der EUD vom 11. August

Die im Juli an der Weltsynode neu gewählte Kirchenleitung der Adventisten in West- und Südeuropa (Intereuropäische Division EUD), mit Sitz in Bern (Schweiz), hat in einer am 11. August publizierten Erklärung zu diesem Entscheid der Weltsynode Stellung genommen. Demnach gehe es darum, durch diesen Entscheid entstandene Wunden zu heilen sowie allen Frauen, unabhängig von deren Funktion in der Kirche, Ermutigung, Wertschätzung und Respekt entgegen zu bringen.

In 2013 einstimmig empfohlen

Der Exekutivausschuss der Adventisten in West- und Südeuropa (EUD) hatte an seiner Jahressitzung im November 2013 als einzige der weltweit 13 teilkontinentalen Kirchenleitungen einstimmig die Ordination von Frauen zum Pastorendienst empfohlen, sofern diese in der jeweiligen Kirchenregion akzeptiert werde.

End- und ergebnislose Diskussionen

Obwohl Gott Frauen in den Pastorendienst berufen habe, müsse die Entscheidung der Weltsynode vom Juli 2015 respektiert werden, heißt es in der am 11. August veröffentlichten EUD-Stellungnahme zur Entscheidung der Weltsynode. Es sei jetzt nicht der Zeitpunkt, sich durch endlose und ergebnislose Diskussionen gegenseitig zu verletzen, zumal diese entzweiend wirkten. Es gehe vielmehr darum, Enttäuschte zu trösten und schmerzende Wunden zu heilen. Wichtiger als die Ordination sei das Privileg, unabhängig vom Geschlecht, mit Gott zusammenarbeiten zu dürfen und den Auftrag zu erfüllen, den er anvertraut habe.
"Erinnern wir uns daran, dass wir einer Weltkirche angehören", deren 13 Divisionen "bewusst entschieden haben, trotz der Wachstumsschmerzen, gemeinsam zu wachsen", so die EUD-Kirchenleitung.

Adventistische Pastorinnen: Segnung aber keine Ordination

Frauen können auch künftig nach ihrem mehrjährigen Theologiestudium in der Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten zwar als Pastorinnen "gesegnet" und damit beauftragt werden, Amtshandlungen, wie Taufe, Abendmahl, Trauung und Beerdigung, vorzunehmen; doch ist diese Vollmacht örtlich begrenzt. Während die Ordination von Pastoren innerhalb der Freikirche weltweit Gültigkeit hat, dürfen gesegnete Pastorinnen nur in den Gebieten wirken, die zu einer Kirchenleitung gehören, welche die Segnung auch praktiziert.
Ordiniert zum weltweiten Dienst werden lediglich männliche Geistliche. Nur sie dürfen in kirchenleitende Ämter, etwa als Präsident einer "Vereinigung" oder eines "Verbandes" (regionale beziehungsweise überregionale Kirchenleitung) berufen werden, da hierfür die Ordination notwendig ist.
Die Zulassung von Frauen als ordinierte Pastorinnen ist außerhalb von Nordamerika, Westeuropa, China und Australien/Ozeanien, wo nur etwa 13 Prozent der weltweit 18,5 Millionen Adventisten leben, umstritten. (APD)


Deutscher Wortlaut (Übersetzung des Advent-Verlags):


Offizielle Erklärung der Intereuropäischen Division zur Entscheidung der Generalkonferenzvollversammlung am 8. Juli 2015, den Divisionen nicht zu erlauben, selbst zu entscheiden, ob sie Frauen in ihrem Bereich zum Pastorendienst ordinieren dürfen




Bern (Schweiz), 7. August 2015 [CD-EUDNews]. Nach der Entscheidung der 60. Generalkonferenzvollversammlung am Mittwoch, den 8. Juli 2015, die den Divisionen nicht erlaubt, selbst zu entscheiden, ob sie Frauen in ihrem Bereich zum Pastorendienst ordinieren oder nicht, hält es die Leitung der Intereuropäischen Division für sehr angebracht, dass die ganze Gemeindefamilie der EUD die Frauen - Mütter, Ehefrauen, Schwestern und Töchter - ermutigt und ihnen ihre große Wertschätzung und ihren tiefen Respekt für sie als Personen und für ihren Dienst auszudrückt, den sie - in welcher Position auch immer - ausüben, um dem Herrn und seiner Gemeinde zu dienen.


Während wir anerkennen, dass Gott Frauen zum Pastorendienst berufen hat, respektieren wir dennoch die Entscheidung der letzten Generalkonferenzvollversammlung, den Divisionen nicht zu erlauben, Frauen zum Pastorendienst zu ordinieren.



Dies ist nicht der Moment, dass wir einander weiter durch endlose und ergebnislose Diskussionen verletzen, die das Potenzial haben, uns zu trennen. Nun ist es für uns an der Zeit zu versuchen, die enttäuschten Herzen zu trösten, die schmerzenden Wunden zu heilen und alle Frauen zu ermutigen, die Gaben zu nutzen, mit denen sie von Gott zum Nutzen des Lebens und Dienstes der Gemeinden ausgerüstet wurden.



Wir sollten uns daran erinnern, dass seit der Gründung unserer Kirche der Heilige Geist Frauen allen Alters und in allen Umständen durch seine machtvollen Gaben zum Dienst ausgerüstet und bevollmächtigt hat.



Wir sollten uns daran erinnern, dass wichtiger als die Ordination das Vorrecht ist, mit Gott und seinen Engeln zusammenzuarbeiten, um die Mission zu erfüllen, die er uns - unabhängig vom Geschlecht - gegeben hat.



Wir sollten uns daran erinnern, dass wir zu einer weltweiten Kirche gehören, dessen 13 Divisionen sich während der letzten Generalkonferenzvollversammlung in San Antonio bewusst entschieden haben, gemeinsam zu wachsen trotz aller Wachstumsschmerzen.



Die machtvollste Botschaft, die wir unseren Kindern und der Welt senden können, ist die, dass wir entschieden hingegeben sind, treue und wahrhaftige Jünger Christi zu sein.


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