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Flugkatastrophe: Nicht Gott die Schuld geben

("Adventisten heute"-Aktuell, 27.3.2015) Einen Tag nach dem Absturz eines Airbusses der deutschen Fluggesellschaft Germanwings in den französischen Alpen haben sich christliche Luftfahrtexperten, Kirchenvertreter und Seelsorger zu dem Unglück geäußert. Das Flugzeug, das von Barcelona nach Düsseldorf unterwegs war, ging aus bisher ungeklärter Ursache kurz nach der spanisch-französischen Grenze in einen rund achtminütigen Sinkflug und zerschellte an einer Felsspalte. 150 Menschen, darunter 72 Deutsche, kamen ums Leben. Unter den Toten sind auch 16 Schüler eines Gymnasiums im nordrhein-westfälischen Haltern am See, die sich auf der Rückreise von einem Schüleraustausch befanden.

Nicht Gott die Schuld geben

Flugkapitän Arno Rentsch von der Fellowship of Christian Airline Personnel (Vereinigung christlicher Mitarbeiter von Fluggesellschaften/Frankfurt am Main), der selbst den Airbus A 320 geflogen hat, warnt davor, Gott die Schuld an dem Unglück zu geben. "Als Christen wissen wir, dass Gott souverän ist. Er ist der Herr über Leben und Tod", sagte er der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Flugkapitäne seien dazu ausgebildet, ihre Maschine in allen erdenklichen Situationen im Griff zu haben. "Aber im Leben - und nicht nur in dem eines Flugkapitäns - kommt es immer zu unerwarteten Situationen, denn nicht wir haben uns die Welt ausgedacht, sondern der Schöpfer." Für ihn sei es eine große Hilfe zu wissen, dass das Leben hier nicht alles ist und er sich in jeder Situation an Gott wenden kann. Rentsch beruhigt Passagiere, die jetzt Angst haben, in einen Airbus des Unglückstyps zu steigen. Das Flugzeug sei nach wie vor das sicherste Verkehrsmittel. Katastrophen seien extrem selten.

Kurschus: Unser Leben ist zerbrechlich und vom Tod bedroht

Die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Annette Kurschus (Bielefeld), sagte zu der Tragödie: "Vor nicht allzu langer Zeit war ich selbst mit dem Flugzeug von Barcelona nach Düsseldorf unterwegs. Kaum vorstellbar, was die Angehörigen der durch dieses schreckliche Unglück ums Leben gekommenen Menschen gerade durchmachen." Von einem Moment zum anderen sei nichts mehr, wie es war. Kurschus: "Wir wissen, dass unser Leben zerbrechlich ist und immer vom Tod bedroht. Aber wenn uns diese Wirklichkeit hautnah auf den Leib rückt, kann es uns den Atem nehmen." Sie bitte Gott, dass er die Angehörigen "jetzt nicht im Stich lässt und ihnen aushalten hilft, was kaum auszuhalten ist".

Notfallseelsorger sieht sich als "Werkzeug Gottes"

Laut dem Notfallseelsorger Ralf Radix (Schwerte) von der Evangelischen Kirche von Westfalen reagieren Angehörige sehr unterschiedlich auf solche Katastrophen. "Der eine ist lethargisch, der andere ist außer sich vor Trauer", sagte er der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" (Essen). Als Notfallseelsorger sehe er sich als "Werkzeug Gottes". Auch ihm stelle sich die Frage nach dem "Warum" und wo Gott gewesen sei. Gleichzeitig ist sich Radix sicher: "Gott steht denen bei, die in Not sind." Hinterbliebenen rät er, ihre Trauer nun nicht allein zu bewältigen, sondern Seelsorge in Kirchengemeinden in Anspruch zu nehmen sowie Trauer- und Selbsthilfegruppen zu besuchen. (idea)

Nachtrag

: Nach neueren Erkenntnissen lag kein technischer Fehler vor. Die Wahrscheinlichkeit sei hoch, dass der Copilot den Sinkflug und den Absturz des Flugzeugs bewusst herbeigeführt habe.

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