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Flüchtlinge und die Festung Europa (neue DIALOG-Ausgabe)

("Adventisten heute"-Aktuell, 22.1.2016) Um Flüchtlinge und ein immer mehr sich abschottendes Europa geht es in der Ausgabe Januar bis März 2016 der Zeitschrift DIALOG der Theologischen Hochschule der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Friedensau bei Magdeburg.

Fluchtursachen bekämpfen

Dr. Ulrike Schulz, Professorin für Entwicklungssoziologie und Entwicklungsökonomie in Friedensau, informiert in ihrem Artikel "Festung Europa: Schutz vor Flüchtlingen oder Flüchtlingsschutz?" über das Dublin-Verfahren. Danach muss jeder Asylsuchende in dem Land das Asylverfahren durchlaufen, in dem er oder sie die EU betreten hat. Doch die ungleiche Verteilung der Flüchtlinge in den Mittelmeeranrainerstaaten wie Italien, Spanien und Griechenland habe dazu geführt, dass das Dublin-Verfahren nicht mehr zur Anwendung kam. Doch selbst wenn das seit 1997 gültige Dublin-Abkommen funktionieren würde, bleibe die europäische Regelung noch hinter der Genfer Flüchtlingskonvention zurück, denn es gebe für Flüchtlinge keine legale Einreisemöglichkeit in ein bestimmtes Land, so die Professorin. Sie beleuchtet die Folgen europäischer Abschottung sowie das Auftreten einer aktiven europäischen Zivilgesellschaft und einer Gegenöffentlichkeit zur Politik, die das Schicksal der Flüchtlinge in den Mittelpunkt stellt.

Gott als Freund und Anwalt der Fremden

Professor Rolf Pöhler, der Systematische Theologie an der Hochschule lehrt, befasst sich mit Aussagen der Bibel zum Thema "Ich bin ein Fremder gewesen ..." Das Alte Testament lege großen Wert auf die Gastfreundschaft und Fürsorgepflicht gegenüber Mitbürgern anderer Völker. Um diese Gleichbehandlung sicherzustellen, hätten die Fremden einen umfassenden Rechtsschutz genossen, der sie vor Ausbeutung und Unterdrückung bewahren sollte. Im Neuen Testament werde betont, dass Gott der Freund und Anwalt der Fremden ist. Vor Gott seien alle Menschen gleichwertig, unabhängig von ihrer ethnischen, nationalen, kulturellen oder sozialen Herkunft und Zugehörigkeit.

Kirchenasyl als Akt des zivilen Ungehorsams

Der Jurist und Kanzler der Theologischen Hochschule Friedensau, Tobias H. Koch, beleuchtet den aufenthaltsrechtlichen Rahmen von Flüchtlingen und das Kirchenasyl. Man könne das Kirchenasyl mit den Zufluchtsstätten des Volkes Israel im Alten Testament vergleichen, so Koch. Allerdings bestehe beim Kirchenasyl kein gesetzlicher Schutz vor staatlichem Zugriff. Dennoch respektiere der Staat grundsätzlich die Widmung eines Ortes für gottesdienstliche Zwecke und verschaffe sich beim Kirchenasyl keinen Zutritt gegen den Willen der Kirchengemeinde.

Christentum in Mesopotamien vor totaler Auslöschung

Professor Dr. Horst Friedrich Rolly, Dekan des Fachbereichs Christliches Sozialwesen, stellt fest: "Noch nie in der zweitausendjährigen Geschichte der christlichen Kirchen in Mesopotamien gab es die Wahrscheinlichkeit und Wirklichkeit einer totalen Auslöschung der christlichen Kultur und Tradition in der Region wie heute." Eine harmonische Koexistenz von Minderheiten und der Mehrheit unter rechtsstaatlichen Prinzipien scheint im Nahen und Mittleren Osten unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht mehr möglich.

Weitere Beiträge dieser DIALOG-Ausgabe sind Berichte von Friedensauer Absolventen über ihre soziale Arbeit mit Kriegsflüchtlingen, ein Interview mit drei syrischen Flüchtlingen, die Gastkolumne zum Thema "Wirtschaftsfaktor Migration" und die Vorstellung von zwei Masterthesen zum Thema Flüchtlinge und Flüchtlingspolitik. (APD/ThHF)

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