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Erste Gesamtkonferenz der Adventisten im Freistaat Bayern



Augsburger Bekenntnisse

Ein Signal des Aufbruchs der Adventisten in Bayern

Ein Bericht von Thomas Lobitz, Redakteur von Adventisten heute , Lüneburg

("Adventisten heute"-Aktuell, 6.7.2011) Es war ein besonderer Moment am Freitagabend: In der abgedunkelten Augsburger Schwabenhalle standen sieben Menschen vor sieben Kerzen, sprachen sieben Gebete für sieben spezielle Anliegen und zündeten nacheinander diese Kerzen an. Einer der sieben Personen war Ted Wilson, Präsident der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) der Siebenten-Tags-Adventisten, der die letzte Kerze entzündete und das Abschlussgebet sprach. So begann der Sabbat auf der ersten gesamtbayerischen Konferenz unserer Freikirche, die vom 1.?3. Juli in Augsburg stattfand.
Die Flammen symbolisierten auch den roten Faden, der diese Zusammenkunft durchziehen sollte - das Wirken des Heiligen Geistes, ohne den alles, was die Gemeinde tut, nur Menschenwerk ist. Aufbruch (Erweckung) - Reformation - Einheit - in diese drei Schlagworte wurde die Agenda gekleidet, die für unsere Weltkirche und die bayerische Vereinigung gilt. Diese Begriffe prägten auch das Programm des Konferenzwochenendes.


Eine

Tour durch Deutschland

Ted Wilson war nicht der einzige Gast, der aus Silver Spring, dem Sitz der Generalkonferenz (GK) in der Nähe der US-amerikanischen Hauptstadt Washington D. C. angereist war. Im "Schlepptau" brachte er Michael Ryan mit, einen der GK-Vizepräsidenten mit, dessen Tätigkeitsschwerpunkt die weltweite Mission unserer Kirche ist, dazu Mark Finley, seinen "Assistenten" für Evangelisation, und Williams Costa, Brasilianer und Kommunikationsdirektor der GK. Die Vorstände und einige Abteilungsleiter der Euro-Afrika-Division und des Süddeutschen Verbands waren ebenfalls anwesend, so dass diese Vereinigungskonferenz ein Hauch von Generalkonferenz umwehte. Auch dürften nicht alle der gut 3500 Besucher nebst Kindern und Jugendlichen Ureinwohner des Freistaates Bayern gewesen sein, es waren unter ihnen auch schwäbische, österreichische, hessische und andere Dialektfärbungen zu hören.
Schon zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen reiste Ted Wilson nach Deutschland. Zuvor war er vom 21.?25. April beim Youth-in-Mission-Kongress in Mannheim (siehe Adventisten heute , Juliausgabe, S. 5) und beim ASI-Europa-Kongress in Konstanz , beide Male als Hauptredner. Anschließend fuhren er und seine Mitarbeiter nach Darmstadt zu einer deutschlandweiten Pastorentagung und besuchten dann das Medienzentrum STIMME DER HOFFNUNG in Alsbach-Hähnlein. Nach einem kulturellen Besuch der Stadt Wittenberg endet diese Woche in der Theologischen Hochschule Friedensau, wo am Wochenende eine große Zeltversammlung des Norddeutschen Verbandes ebenfalls unter dem Motto "Aufbruch - Reformation - Einheit" veranstaltet wird.


Deutschland gehört zur adventistischen Weltfamilie

Mehrfach betonte Ted Wilson, wie wichtig die Freikirche in Deutschland für die Weltkirche sei und lobte die Treue der deutschen Adventisten. So bezeichnete er die Medienarbeit, die hierzulande geleistet wird, als vorbildlich für die Weltgemeinschaft. Auch seine Aussagen zu anderen Themen ließen aufhorchen. Neben seinem Hauptanliegen "Erweckung und Reformation" äußerte er sich in seinen Predigten und Vorträgen in dieser Woche auch zu der Frage, wie "bald" Jesus wiederkommt, zu ökumenischen Beziehungen sowie zur weltweiten Verteilaktion des Buches Der große Kampf von Ellen White und gab einen Ausblick auf Pläne der Generalkonferenz zur Evangelisation in den Großstädten dieser Welt.
Am Freitagabend in Augsburg wurde es zunächst ganz persönlich, als Ted Wilson seinen Weg mit Gott erzählte: die positive Rolle seiner Eltern, die Bibelverse, die ihm wichtig wurden und warum ihm die Schriften Ellen Whites so ans Herz gewachsen sind. In jüngster Zeit sei ihm die Bedeutung der Rolle des Heiligen Geistes neu bewusst geworden. Der Abend klang mit der eingangs beschriebenen Gebetsaktion aus.
Am Sabbatvormittag war hoher weltlicher Besuch zu Gast. Der Augsburger Oberbürgermeister Kurt Gribl sprach ein Grußwort, in dem er die historische Bedeutung seiner Stadt für die religiöse Toleranz (Augsburger Religionsfrieden) hervorhob und das Engagement der Augsburger Adventgemeinde für die Stadt lobte.


Gnade und Einheit

In seiner anschließenden Predigt stellte Ted Wilson die Rechtfertigung durch Christus und Erlösung aus dem Glauben in den Mittelpunkt. Er betonte, dass Gottes Gnade "frei aber teuer" sei - frei für uns, teuer für Christus, denn er bezahlte mit dem Leben dafür.
Vor der Predigt wurde - passend zum Thema des Studienhefts zur Bibel für die Sabbatschule - der Anbetung viel Raum gegeben: durch gemeinsames Singen (von Band, Bläsern und Streichern begleitet), durch Gebete, Pantomime und zahlreiche Liedvorträge und Musikstücke unterschiedlicher Stilrichtungen. "Einheit" wurde praktiziert, indem die kulturelle Verschiedenheit der Gemeinde darauf fokussiert wurde, Gott die Ehre zu geben.
Am Nachmittag hielt GK-Vizepräsident Michael Ryan eine motivierende Ansprache, in der er die versammelten Adventisten ermutigte, in der Mission den "Geist der Opferbereitschaft" zu praktizieren. Bereit zu sein bedeute nach Matthäus 24 und 25, mit dem Heiligen Geist erfüllt zu sein, die Talente einzusetzen, die man von Gott erhalten habe, sowie Barmherzigkeit und Nächstenliebe zu üben.
Während des Sabbats konnten die Besucher Fragen an die leitenden Mitarbeiter der Generalkonferenz an eine Litfaßsäule heften. Nachmittags wurde in einer Frage-und-Antwort-Stunde auf einige der Anliegen eingegangen.


"Es ist vollbracht!"

Der emotionale Höhepunkt des Sabbats war die Abendansprache von Evangelist Mark Finley mit dem Titel "Es ist vollbracht". Man spürte sofort, dass hier jemand redete, der von Gott die Gabe bekommen hat, Menschen mit dem Evangelium zu berühren, zu fesseln und sie zu einer Entscheidung für Gott zu führen.
An drei entscheidenden Stellen in der Bibel stehen die Worte "Es ist vollbracht!" (bzw. ähnliche Ausdrucke): nach der Schöpfung in 1. Mose 2,1 (wir sind keine Zerfallsprodukte, sondern gewollt und nach Gottes Bild geschaffen); in Johannes 19,30 bei Jesu Tod am Kreuz (es gibt keine Verdammnis, keine Knechtschaft, keine Todesangst mehr) und schließlich in Offenbarung 21,3, bei der endgültigen Vollendung der Welt ohne Sünde und Leid. Nach seiner Predigt startete Mark Finley einen vierfachen Aufruf, sich Gott ganz neu anzuvertrauen - an jene, die eine Last tragen, die Vergebung brauchen, die von irgendetwas gebunden sind (Sucht, falsche Gewohnheit) und die vom Glauben abgekommen sind. Daraufhin strömten eine bedeutende Anzahl der Besucher nach vorne, um ihren Entschluss zu demonstrieren, diese Dinge Jesus zu übergeben.
Der dritte Tag der Vereinigungskonferenz (Sonntag) fand in den Räumen der Adventgemeinde Augsburg statt. Nach dem gemeinsamen Lob Gottes im Lied begann der Tag mit Mark Finleys Ermutigung, in der Mission nicht über die vielen "geschlossenen (Herzens-)Türen" zu klagen, die es hierzulande gibt, sondern Ausschau nach "offenen Türen" zu halten - auch wenn es nur wenige sein sollten.


Große Pläne

Ted Wilson gab einen Einblick in die Planungen der Generalkonferenz in den kommenden Jahren in Bezug auf Mission. Sie müssen überwiegend noch auf der diesjährigen Herbstsitzung der Generalkonferenz beschlossen werden. So sollen weltweit 55 Konferenzen zu Bibel und Mission stattfinden, drei davon in der Euro-Afrika-Division. Um die Missionsaktivitäten der weltweiten Kirche besser zu koordinieren und Kräfte zu bündeln, wurde ein Missionsausschuss bei der GK eingerichtet. Ein Schwerpunkt der kommenden Jahre wird die Evangelisierung der großen Städte sein. Im kommenden Jahr startet ein Pilotprojekt in New York, anschließend sollen die Divisionen und nachfolgend auch die Verbände und Vereinigungen Städte in ihrem Gebiet bestimmen, in denen verstärkt Mission betrieben werden soll - durch vielfältige, bedürfnisorientierte (vor allem medizinische) Angebote, Kleingruppen und öffentliche Evangelisationen. Darüber hinaus wird man bei der GK dem Thema "Integrierte Evangelisation" und "Integrierte Medien-Evangelisation" verstärkte Aufmerksamkeit widmen.
Michael Ryan berichtete von den vier regionalen Schwerpunkten der "Globalen Mission" in den letzten Jahren, die auch künftig wichtig blieben: China, die Länder der ehemaligen Sowjetunion, insbesondere in Mittelasien, Indien und die muslimischen Länder. Die Herausforderungen, die er dabei beschrieb, sind enorm und ohne den Heiligen Geist sei eine erfolgreiche Verkündigung nicht zu schaffen, so Ryan.
Kommunikationsdirektor Williams Costa gab einen Einblick in die Medienarbeit der Kirche, warb für eine engere Verzahnung von TV, Radio, Print und Internet und mahnte gleichzeitig, dass die Verkündigung durch Medien nur fruchtbringend sei, wenn Gottes Bodenpersonal sich vor Ort um die Menschen kümmere.
Nach einem Grußwort von Divisionsvorsteher Bruno Vertailler und Schlussworten des Vorstehers der Bayerischen Vereinigung, Rainer Wanitschek, ging die Konferenz mit dem Lied "Herr, wir stehen Hand in Hand" zu Ende. Und dieses Lied fasste tatsächlich die Stimmung zusammen, die in Augsburg herrschte. Sie gab einen Eindruck davon, wie anziehend und motiviert unsere Freikirche in Deutschland sein könnte, wenn wir alle zusammenstehen, uns in unserer Unterschiedlichkeit akzeptieren und jeder auf seinem Platz und nach seinen Gaben alles für Gott und sein Reich einsetzen würde, was er hat.
Zum Gelingen der Konferenz trug die exzellente Organisation des Vorbereitungsteams unter der Leitung von Stephan Brass bei, ebenso die freundliche und entspannte Moderation durch Rainer Wanitschek, Sarah Herter und Miki Jovanovic, die Liebe zum Detail, die Betonung auf Gemeinschaft (es gab am Sabbat ein gemeinsames Mittag- und Abendessen), die interessanten Stände und vor allem die Betonung auf die bewusste Hinwendung zu Gott, die immer wieder spürbar war. Augsburg wird kann mit Fug und Recht als ein Signal des Aufbruchs in der neu geschaffenen bayerischen Vereinigung verstanden werden. Es war schön, dabei gewesen zu sein!

Ein Exklusiv-Interview mit Ted Wilson wird in einer der nächsten Ausgaben von Adventisten heute veröffentlicht.





Kernsätze von Ted Wilson und Mark Finley in Augsburg

Zu ökumenischen Beziehungen : "Wir sollten freundschaftliche Beziehungen zu anderen Christen anstreben und mit jeder religiösen Organisation zusammenarbeiten, die die religiöse Freiheit fördert. Wir sollten aber vorsichtig bei solchen Organisationen sein, die das Wort Gottes neutralisieren und die Missionsarbeit behindern. Wir sollten nichts unterstützen, was uns daran hindert, unsere spezifischen Lehren zu verkünden." (Ted Wilson)

Zur Verteilaktion des Buches Der große Kampf 2012/13 : "Es gibt mehrere Ausgaben des Buches, die dafür in Frage kommen: die vollständige Ausgabe, eine missionarische Ausgabe in modernisierter Sprache [z. B. Das Finale , Anm. d. Red.] oder ein Buchauszug wie in der Südamerikanischen Division. Dort wurde eine Sonderausgabe herausgegeben, die elf Kapitel [von 42] enthält. Welche Version verwendet wird, sollte nach den Gegebenheiten vor Ort entschieden werden. Wichtig ist jedoch, dass in jedem Buch weiterführende Angebote der Kirche enthalten sind, z. B. Hinweise auf einen Bibelkurs oder ähnliches." (Ted Wilson
"Gebt dieses Buch einem Freund, der offen für die darin enthaltene Botschaft ist. Wenn jeder Adventist im Laufe der beiden Jahre zehn Freunde damit beschenkt, wäre das großartig und wird seine Wirkung nicht verfehlen." (Mark Finley)

Zur Stellung von Ellen White und der Bibel : "Man kann eine wunderbare Predigt halten, ohne ein Zitat von Ellen White zu verwenden. Ihre Schriften sollten niemals an die Stelle der Bibel treten. Ich finde ihre Aussagen aber sehr hilfreich, deshalb zitiere ich sie oft. Manche lehnen ihre Schriften ab, weil sie ihnen ‚um die Ohren gehauen‘ wurden. Das sollten wir niemals tun. Mein Rat an die Skeptiker lautet: Lest einfach mal etwas von ihr." (Ted Wilson)


Weitere Links zum Thema:


Bildergalerie Freitag und Sabbat in der Schwabenhalle
(Fotos: Elí Diez-Prida; Bildunterschriften folgen)

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