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Eine religiöse Reise (Filmkritik)

Für idea-Reporter Karsten Huhn bleibt die Dokumentation zu sehr an der Oberfläche hängen. (Foto: Rainer Sturm/ pixelio.de)

Diese Dokumentation ist ganz nett anzuschauen, sie lässt einen aber auch ratlos zurück. Der Sendungstitel legt die Frage „Was glaubt Deutschland?“ nahe, SWR-Reporter Steffen König war auf seiner religiösen Deutschlandreise aber eher mit der Frage „Was ist gerecht?“ unterwegs. Seine erste Station ist der Petershof in Duisburg-Marxloh. In dem Stadtteil sind zwei Drittel der Einwohner Migranten. Pater Oliver Potschien leitet dort ein katholisches Sozialzentrum mit Kleiderstube, Essensausgabe und Deutschkursen. Ob die Bibel noch in unsere Zeit passe, fragt König ihn. Der Pater antwortet mit dem Gleichnis vom Barmherzigen Samariter: Der Nächste sei „jeder, der vor der Tür steht“. Die zweite Station ist der Ulmer Rabbiner Shneur Trebnik. Nach jüdischem Verständnis sei nur Gott gerecht. Beim Buddhisten Peter Laux in Stuttgart – Bad Cannstatt tut König etwas für sein Karma, meditiert im Lotussitz, hört Mantra-Gesang und versucht, schlechte Gedanken loszulassen. Ex-Protestant Laux ist überzeugt, dass jeder Mensch vollkommen, also „ein Buddha“, werden könne. Leiden und Schuld sind letztlich selbst verursacht, lehrt Buddha. Was einem widerfährt, hat man selbst verursacht. „Damit kann ich mich nicht anfreunden“, sagt König.

Beim „Stammtisch der Gottlosen“ in Frankfurt/Main ärgern sich die versammelten Atheisten über die Kirchen. Stammtisch-Gründer Martin Wagner war katholisch und brach sein Theologiestudium ab. Zwar wolle er die „Kirchen nicht zum Teufel jagen“, aber ihre Sonderrechte verringern. Schließlich lernt König in Mannheim eine junge Muslima kennen, die für Flüchtlinge einen Musikworkshop anbietet und so Allahs Barmherzigkeit praktizieren möchte. Sprachlich und mit kleinen Trickfilmen nimmt die Dokumentation Anleihen an der „Sendung mit der Maus“. Sie macht aber nicht so viel Spaß und bleibt letztlich an der Oberfläche. Und was glaubt SWR-Reporter Steffen König? Er ist „evangelisch getauft, aber mittlerweile religiöser Skeptiker“. Mit dieser Haltung dürfte er zur Mehrheit der protestantischen Kirchenmitglieder gehören.


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