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Eine Fußballmannschaft mit Mission - Bericht

Für die Firreler Kicker ist der sportliche Erfolg nicht das Wichtigste, sagt Bohlen: „Wir sind eine Missionsmannschaft. Bei uns steht Jesus an erster Stelle!“ (Foto: Screenshot Homepage SV Grün-Weiß Firrel)

In der ostfriesischen Kreisklasse sorgt ein Team gläubiger Christen für Furore. Ein Bericht von idea-Redakteur Simon Laufer.

Wenn die Fußballer der dritten Mannschaft des SV Grün-Weiß Firrel zu einem Spiel der Ostfrieslandklasse D antreten, ist einiges anders als sonst. Sie bilden einen Kreis, aber nicht nur um sich einzuschwören. Trainerin Lydia Bohlen spricht ein freies Gebet. Sie bittet dann um ein gutes Spiel, Fairness und Gottes Segen. Ihre Gegner, ob aus Völlenerfehn, Stikelkamp oder Nüttermoor, wundern sich dann schon mal. Für die Firreler Kicker ist der sportliche Erfolg nicht das Wichtigste, sagt Bohlen: „Wir sind eine Missionsmannschaft. Bei uns steht Jesus an erster Stelle!“

„Das habe ich noch nie erlebt!“

Was das bedeuten kann, zeigte Lydia Bohlens Sohn Ludwig kürzlich im Spitzenspiel. Die zu diesem Zeitpunkt erstplatzierte Mannschaft Concordia Neermoor III trat gegen das Team von Grün-Weiß Firrel III an, das den zweiten Platz belegte. Es ging um Aufstieg und Meisterschaft. Ludwig Bohlen fiel im Strafraum, der Schiedsrichter zeigte auf den Elfmeterpunkt. Der gläubige Kicker ging direkt zum Unparteiischen und erklärte, dass er nur weggerutscht sei. „Nach dem Spiel kam der gegnerische Trainer auf mich zu und sagte: ‚Das habe ich noch nie erlebt!’ Er fand das richtig klasse.“ Am Ende gewann Firrel das Spiel auch ohne Elfmeter.

Verschiedene Gemeinden sind vertreten

Der christliche Glaube bestimmte die SV Grün-Weiß Firrel III von Anfang an. Die 50-jährige Lydia Bohlen spielte selbst 25 Jahre lang Fußball und trainierte später die Jugendmannschaften von zwei ihrer vier Söhne. Helmut, ein weiterer Sohn, kickte regelmäßig mit Freunden aus der Baptistengemeinde in Firrel. Sie wollten gegen andere Mannschaften spielen und fragten Bohlen, ob sie ihre Trainerin werden wolle. Auch der Vorstand von Grün-Weiß Firrel war sofort einverstanden, eine dritte Mannschaft anzumelden. Mit elf Spielern legten sie im Juni 2017 los. Darunter sind Mitglieder der freien Bibelgemeinde Lammertsfehn und der Baptisten in Firrel und Veenhusen.

Mit dem Erfolg kommt der Ehrgeiz

Am Ende der Hinrunde 2017/18 waren sie Tabellenletzter. Bohlen zog das Training etwa an, weitere Spieler kamen dazu. Am Ende der ersten Saison waren sie Vierter, nur vier Punkte hinter dem Meister. „Der Erfolg ist natürlich auch schön, zumal wir doppelt unter Beobachtung stehen: Ich als Frau und wir alle als christliche Mannschaft.“ Als sie immer besser wurden, musste sie den Ehrgeiz mancher Spieler sogar etwas bremsen. Sie schickte ihnen die Predigt „Ansprache für Gewinner“ von Olaf Latzel. Bohlens Botschaft: „Wir wollen auch gerne Meister werden. Aber die Freude darüber hält vielleicht drei Wochen. Das ist kein Vergleich mit der Freude in Ewigkeit bei Gott!“ Nach dem letzten Spiel der vergangenen Saison entrollten sie deshalb ein großes Transparent: „Jesus ist Sieger!“

Gegner beleidigten sie als „Baptistenschweine“

Gelegenheiten, einen Unterschied zu machen, gibt es viele. Die Firreler Spieler versuchen, ehrlich zu sein, wenn es um Ecken oder Einwürfe geht. Ihr Ziel ist es, immer fair zu spielen und ihre Gegenspieler respektvoll zu behandeln. Honoriert wird das nicht immer, erzählt Bohlen. Manche Gegner provozieren rote Karten, lassen sich theatralisch fallen oder beleidigen die christlichen Kicker schon mal als „Baptistenschweine“. Das gehöre dazu, wenn man sich öffentlich zu Jesus bekennt, sagt die Trainerin. „Da hilft nur, ruhig und liebevoll zu bleiben.“ Positive Reaktionen gibt es aber auch viele. Über „WhatsApp“ veröffentlicht sie jeden Morgen einen Bibelvers, den auch viele gegnerische Trainer und Spieler lesen. „Immer wieder meldet sich jemand und bedankt sich für die Ermutigung.“

Christen sind „zu zaghaft und ängstlich“

Viel getan hat sich auf jeden Fall in der eigenen Mannschaft. Einige der inzwischen 41 Spieler sind keine Christen, verstehen sich aber trotzdem als Teil der „Mission“. Vier von ihnen sind inzwischen Christen geworden. „Zur Taufe gehen wir dann möglichst geschlossen hin“, so Bohlen. Regelmäßig kommen auch Spieler bei ihr zu Seelsorgegesprächen und Gebet vorbei. Die Firreler Fußballer wollen auch andere Gläubige zum öffentlichen Bekenntnis ermutigen. „Viele Christen sind da viel zu zaghaft und ängstlich“, findet Bohlen. Für ihr Team ist zum Beispiel klar, dass der Sonntagvormittag ganz Gott gehört und nicht dem Fußball. Ein gegnerischer Trainer wollte das Anfang April im  Meisterschaftsrennen ausnutzen und bestand auf einem Spieltermin sonntags um 11 Uhr. Er trainierte die Sportfreunde Möhlenwarf III, die den ersten Platz belegten. Die Punkte bekamen sie nach dem Spielausfall, rutschten aber seitdem auf den sechsten Platz ab. Von ausgleichender Gerechtigkeit will Bohlen nichts wissen. „Aber vielleicht macht es ihn nachdenklich.“ Auf die Konsequenz, mit der sie den Sonntagmorgen freihalten, erhielt sie viele Rückmeldungen, gerade auch von Nichtchristen. „Die Leute nehmen wahr, dass wir es ernst nehmen und für den Glauben an Jesus einstehen.“

Zum Segen kommt jetzt auch Erfolg

Die ersten zwei Jahre des SV Grün-Weiß Firrel III waren eine Segensgeschichte. Und zwar unabhängig von den Resultaten. Aber auch sportlich sieht es wenige Woche vor dem Saisonende gut aus. Die christlichen Kicker sind zwar mit zwei Punkten Rückstand Zweiter hinter Neermoor. Sie haben allerdings noch drei Spiele mehr, um Punkte zu sammeln. Erste Überlegungen für die Meisterfeier gibt es schon.


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