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Das Willow-Creek-Konzept: PRO und KONTRA

("Adventisten heute"-Aktuell, 29.1.2012) Etwa 10.000 Gemeinden in 35 Ländern gehören zum Netz der evangelikalen Willow-Creek-Bewegung. Sie arbeitet nach dem Vorbild der von US-Pastor Bill Hybels gegründeten und geleiteten Willow-Creek-Gemeinde in South Barrington bei Chicago. Ihr Anliegen ist es vor allem, durch besondere Gottesdienste Kirchenferne zu erreichen. Hat dieses Konzept Zukunft? Kontroverse Meinungen äußern zwei deutsche Kirchenleiter in Beiträgen für die Evangelische Nachrichtenagentur idea (Wetzlar).

PRO: Impulse für Gottesdienstgestaltung, Kinderarbeit und Hauskreise

Der badische Landesbischof Ulrich Fischer (Karlsruhe), bejaht die Frage. Viele Impulse aus Willow-Creek seien in der Landeskirche aufgenommen und umgesetzt worden. Dazu gehöre ein gabenorientierter Mitarbeitereinsatz. Gemeinden gestalteten ihren Kindergottesdienst nach einem Konzept von Willow-Creek oder hätten Varianten davon entwickelt. Bei der Gestaltung von Gottesdiensten orientiere man sich häufig an Suchenden. Auch die Bedeutung der Hauskreise für ein lebendiges Gemeindeleben sei an vielen Orten erkannt worden. "Diesen Elementen des Willow-Creek-Konzeptes gehört gewiss die Zukunft - auch in einer Volkskirche", so Fischer.
Probleme hat er jedoch mit der bei Willow-Creek gelebten Taufpraxis und der dortigen Lehre von der Kirche. Suchende, die ihre Taufe längst vergessen hätten, seien Christen und müssten nicht noch einmal getauft werden, "um zu wirklichen Mitgliedern der Gemeinde zu werden".

KONTRA: Willow-Creek ist "religiöses Theater"

Kritisch zum Willow-Creek-Konzept äußert sich der Kirchenpräsident der Evangelischen Landeskirche Anhalts, Joachim Liebig (Dessau). Er hält Willow-Creek für "perfektes religiöses Theater mit den Mitteln unserer Zeit". Der Mensch der Moderne wolle überwältigt werden, die Inhalte blieben zunächst sekundär: "Fußball-Fanmeilen sind dafür ebenso ein Beispiel wie Talentshows im Fernsehen." Die Predigt Jesu kenne beides: das große Publikum der Bergpredigt wie das Gespräch unter vier Augen. In der Tendenz seien missionarische Momente im Neuen Testament aber individuell: "Jesus spricht den Menschen einzeln an." Die Überwältigung des Glaubens setze durch Gott im Heiligen Geist ein. Überwältigende menschliche Mittel brauche es dazu nicht.
Liebig zufolge waren die Menschen im Osten Deutschlands vier Generationen lang überwältigende Inszenierungen gewohnt: "Sie sind dieser Erfahrung überdrüssig." Zwar könne Gott auch durch Willow-Creek Menschen zu Jesus Christus führen, "weil er allmächtig ist". Aber selbst eine hochprofessionelle Organisation biete keine Gewähr für das Wehen des Heiligen Geistes. (idea)

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