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Das Spektrum der Freikirchen wird vielfältiger

("Adventisten heute"-Aktuell, 6.6.2014) Das Spektrum der Freikirchen wird vielfältiger. Auf diese Entwicklung verwies der Leiter der Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW), Reinhard Hempelmann (Berlin), am 31. Mai beim 99. Deutschen Katholikentag in Regensburg. Er sprach bei einer Veranstaltung zum Thema "Konkurrenz belebt das Geschäft. Herausforderung Freikirchen". Nach Hempelmanns Worten entstehen neben den traditionellen Freikirchen, die sich in der 1926 gegründeten Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) zusammengeschlossen haben, immer mehr "neue" Gemeinden, die sich ebenfalls als "Freikirchen" bezeichnen. Sie seien vor allem evangelikal und pfingstkirchlich-charismatisch geprägt und versammelten sich in alten Fabrikhallen oder in Läden, die zu Gottesdiensträumen umfunktioniert würden. Theologisch seien diese "neuen" Freikirchen konservativ orientiert, präsentierten sich aber modern, was vor allem junge Erwachsene und Familien anspreche.

Ein Protestphänomen gegen die fehlende Flexibilität bestehender Konfessionen

Während die Mitgliederzahlen der meisten traditionellen Freikirchen, wie Baptisten oder Methodisten, ebenso wie die der evangelischen und der katholischen Kirche rückläufig seien, schössen neue Freikirchen besonders in Großstädten "wie Pilze aus dem Boden", so Hempelmann. Der Theologe sieht darin auch ein Protestphänomen gegen die fehlende Flexibilität bestehender Konfessionen. Dennoch sollten die traditionellen Kirchen das Gespräch mit den neuen Gemeinden suchen. Dieser Dialog sei auch ein Mittel, um fundamentalistischen Tendenzen vorzubeugen. Denn vereinzelt schlage ein christliches Sendungsbewusstsein in solch neuen Gruppierungen auch um in ein elitäres Denken, das andere abwerte und ihnen den Glauben abspreche. Er sehe keine Alternative zum ökumenischen Dialog, erklärte Hempelmann. Zum Titel der Veranstaltung erklärte der Theologe, die Vermittlung des Evangeliums erfolge nicht nach marktwirtschaftlichen Gesetzmäßigkeiten, sondern durch den Heiligen Geist. Insofern stimme der Satz "Konkurrenz belebt das Geschäft" in diesem Zusammenhang nur zum Teil.

VEF: Konkurrent zu sein, ist ein Kompliment

Der Beauftragte der Vereinigung Evangelischer Freikirchen (VEF) am Sitz der Bundesregierung, der Baptistenpastor Peter Jörgensen (Berlin), sagte, er empfinde es als Kompliment, wenn die Freikirchen als Konkurrenten wahrgenommen würden: "Gar nicht beachtet zu werden, das tut weh." Dass man sich nun beim Katholikentag zu diesem Thema austausche, sei "im ökumenischen Sinne eine echte Weiterentwicklung, die mich sehr glücklich macht". Allerdings bekomme auch seine Gemeinde den Konkurrenzdruck zu spüren, weil die Auswahl in Berlin riesig sei: "Wir erleben, dass junge Leute kommen, unseren Gottesdienst ausprobieren und wieder gehen, weil andere viel cooler sind. Denn die treffen sich im Kino und nicht in der Kirche. Dort bekommen sie eine richtige performance geboten."

Am Ende eine positive Bilanz

Das fünftägige Treffen stand unter dem Motto "Mit Christus Brücken bauen". Am Ende zogen das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) und die Deutsche Bischofskonferenz eine positive Bilanz. "Es war nach einigen schwierigen Jahren ein erfreulicher, ein Mut machender Katholikentag, der uns ermutigt, mit christlicher Hoffnung weiterzugehen", erklärte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx (München). Nach Worten von ZdK-Präsident Alois Glück (München) hat der Katholikentag einerseits einen wesentlichen Beitrag zum Brückenschlag innerhalb der katholischen Kirche geleistet. In einer bislang nicht dagewesenen Breite seien sich Menschen und Gruppen unterschiedlichster Glaubensbewegungen begegnet. Zugleich habe das Treffen eine starke ökumenische Ausstrahlung gehabt: "Die Sehnsucht nach einem stärkeren Zusammenwachsen der Kirchen ist erneut spürbar geworden."

Katholikentag 2016 in Leipzig mit besonderer ökumenischer Perspektive

Der Katholikentag habe der katholischen Kirche damit den Auftrag gegeben, sich sehr ernsthaft auf das Reformationsjubiläum 2017 vorzubereiten: "In diesem Jahr erwarten die Menschen - nicht nur in unseren Kirchen - ein deutliches Zeichen der Einheit." Deshalb werde man besonders die ökumenische Perspektive mit nach Leipzig nehmen, wo 2016 der 100. Deutsche Katholikentag stattfinden wird. Auch Marx bekundete die Bereitschaft der katholischen Bischöfe, beim Reformationsjubiläum mitzuwirken. Es könne ein "sehr guter ökumenischer Weg" werden. Nach Angaben der Veranstalter zählte der Katholikentag in Regensburg mehr als 33.000 Dauerteilnehmer; die Zahl der Tagesgäste belaufe sich auf 15.000. Grund dafür sei das zeitweise schlechte Wetter gewesen. 32 Prozent der Teilnehmer waren unter 30 Jahre alt. Das bedeute einen Zuwachs an jugendlichen Teilnehmern. (idea)

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