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Christlich-muslimische Friedensinitiative in Nigeria ausgezeichnet

("Adventisten heute"-Aktuell, 1.4.2016) Der Michael-Sattler-Friedenspreis, der von dem in Bammental bei Heidelberg ansässigen Deutschen Mennonitischen Friedenskomitee (DMFK) verliehen wird, geht in diesem Jahr an die Ekklesiyar Yan'uwa a Nigeria (EYN - "Kirche der Geschwister in Nigeria") und ihre 2010 mit muslimischen Partnern gegründete "Christian and Muslim Peace Initiative" (CAMPI). Die Preisverleihung findet am 20. Mai in Rottenburg am Neckar statt.

Mit dem seit 2006 verliehenen Friedenspreis zeichnet das vor 60 Jahren von der Arbeitsgemeinschaft Mennonitischer Gemeinden in der Bundesrepublik gegründete DMFK zum fünften Mal Projekte oder Personen aus, die sich praktisch, theoretisch oder theologisch für Frieden und Versöhnung eingesetzt haben. Der Täufer Michael Sattler wurde 1527 in Rottenburg am Neckar wegen seines gewaltfreien Friedenszeugnisses auf dem Scheiterhaufen hingerichtet.

Trotz jahrelangem Leid Verzicht auf Vergeltung

Die Ekklesiyar Yan'uwa ("Kirche der Geschwister") hat ihr Hauptverbreitungsgebiet im Nordosten Nigerias. Als größte christliche Kirche der Region leidet sie seit Jahren unter den Angriffen der islamistischen Terrororganisation "Boko Haram". Von den im April 2014 entführten 276 Schulmädchen gehörten die meisten (178) zur Ekklesiyar Yan'uwa. Etwa 2.000 ihrer Kirchen wurden zerstört, mehr als 10.000 Mitglieder, darunter sechs Pastoren, getötet. Tausende mussten ihre Heimatorte verlassen. Schulen und theologische Seminare wurden niedergebrannt oder mussten schließen.

Trotz der Aggression halte die EYN an der Friedensbotschaft des Evangeliums fest und verzichte auf den Ruf nach Vergeltung, so Wolfgang Krauß, Mitglied im ökumenisch besetzten Preiskomitee. Sie unterrichte ihre Mitglieder und besonders die junge Generation in der biblischen Lehre von Frieden und Versöhnung, knüpfe Kontakte zu dialogbereiten Muslimen und Moscheen. Mit ihren Programmen für Frieden und Gerechtigkeit arbeite sie gegen die ökonomischen und politischen Ursachen der Gewalt. So verweigere sie sich nicht nur der gewaltsamen Konfrontation, sondern leiste einen aktiven Beitrag zum Aufbau friedlicher Koexistenz von Muslimen und Christen.

Die historischen Friedenskirchen

Zu den "historischen Friedenskirchen" gehören die Mennoniten, im 16. Jahrhundert in der Täuferbewegung auf dem "linken Flügel" der Reformation entstanden, die Religiöse Gesellschaft der Freunde (Quäker), welche ihren Ursprung im 17. Jahrhundert unter den englischen Dissenters (Andersgläubiger) haben, und die Church of the Brethren (Kirche der Brüder), hervorgegangen aus dem radikalen deutschen Pietismus des 18. Jahrhunderts. Seit ihrer Entstehung orientieren sich diese Kirchen am Friedenszeugnis des Evangeliums und der frühen Kirche. Sie ermutigen ihre Glieder in der Nachfolge Jesu zu Kriegsdienstverweigerung, Friedensdienst und aktiver Gewaltfreiheit. (APD)

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