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Christen zum Klimagipfel: Arme zahlen die Zeche

(AdventEcho online, 25.12.2009) Mit Enttäuschung und teilweise scharfer Kritik haben Christen auf die mageren Ergebnisse der UN-Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen (Dänemark) reagiert. Das zwölftägige Treffen, an dem über 15.000 Delegierte, Experten und Beobachter aus 192 Ländern teilnahmen, war am 18. Dezember mit unverbindlichen Absichtserklärungen zu Ende gegangen.
Die Vereinbarung von Kopenhagen enthält das Ziel, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad im Vergleich zu vorindustrieller Zeit zu begrenzen. Außerdem stellen die Industrieländer den Entwicklungsländern Finanzhilfen für den Klimaschutz in Aussicht. Sie sollen zunächst 10 Milliarden US-Dollar (7 Milliarden Euro) pro Jahr, später bis zu 100 Milliarden US-Dollar (70 Milliarden Euro) erhalten. Verbindliche Ziele für die Begrenzung des Treibgasausstoßes wurden nicht festgelegt. Das Klimaschutzprotokoll von Kyoto läuft 2012 aus.

Auf Kosten der Armen Zeit geschunden

Scharf ins Gericht mit den Ergebnissen von Kopenhagen geht Paul Cook (London), Direktor des evangelikalen Hilfswerks Tearfund. Eine kleine Gruppe von Industrie- und Schwellenländern habe eine "fadenscheinige" Erklärung "zusammengeschustert", die das Papier nicht wert sei, auf die sie geschrieben sei. Weder werde der Treibhausgasausstoß wesentlich begrenzt, noch gebe es genug Geld für die Entwicklungsländer.
Die beteiligten Staaten hätten Zeit geschunden - auf Kosten der ärmsten und verletzlichsten Länder. Der Preis müssten Millionen Hungernde und Obdachlose zahlen. Mindestens 200 Milliarden US-Dollar (140 Milliarden Euro) seien nötig, damit sich die ärmsten Länder auf den Klimawandel einstellen könnten. Diese könnten zu recht mit Zorn reagieren, so Cook. Schon 2010 müsse ein rechtlich verbindliches Abkommen erreicht werden.

ÖRK: Der Kampf geht weiter

Auch nach Ansicht des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) hat "Kopenhagen" die Erwartungen nicht erfüllt. Fünf Länder - USA, China, Indien, Südafrika und Brasilien - hätten die Erklärung im Geheimen ausgehandelt, kritisiert der ÖRK-Klimaexperte Guillermo Kerber (Genf). Die ärmsten Menschen müssten die Zeche zahlen. Man brauche klare Ziele. So müssten die Industrienationen ihren Kohlendioxidausstoß bis 2020 um 40 Prozent vermindern. Der Kampf gehe weiter, sagte Kerber. Dabei könne man auf die Mobilisierung durch die Kirchen zählen.

EKD-Ratsvorsitzende: Es gibt auch ein "zu spät"

Die EKD-Ratsvorsitzende, Landesbischöfin Margot Käßmann (Hannover), nannte es traurig, dass die mit großen Hoffnungen erwartete Tagung ohne jedes konkrete Ergebnis zu Ende gegangen sei. Die Industrieländer müssten das Erreichen wirksamer Klimaschutzziele mit Vehemenz weiter verfolgen. Käßmann: "Es gibt auch ein ‚zu spät', um mit wirksamen Maßnahmen zu beginnen. Die Lebensgrundlagen vieler Millionen Menschen seien in Gefahr. Die Menschen dürften sich nicht entmutigen lassen, sich weiter für eine gerechte Klimapolitik zu engagieren. (idea)

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