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Bonhoeffer-Biografie: Pastor, Agent, Märtyrer und Prophet

("Adventisten heute"-Aktuell, 7.10.2011) Eine neue Biografie über den evangelischen Theologen und Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus, Dietrich Bonhoeffer (1906-1945), sorgt für Aufsehen. Das Buch mit dem Titel "Bonhoeffer. Pastor, Agent, Märtyrer und Prophet" des US-amerikanischen Journalisten Eric Metaxas (New York) schaffte den Sprung in die Bestsellerliste der New York Times . Am 20. September wurde in Berlin die deutsche Ausgabe vorgestellt. Das 752 Seiten umfassende Buch erscheint im Verlag SCM Hänssler (Holzgerlingen bei Stuttgart).

"Lernen, nicht wegzuschauen"

Bei der Präsentation würdigte der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Volker Kauder, die bleibende Bedeutung Bonhoeffers. Er sei einer der wenigen gewesen, die der Instrumentalisierung des christlichen Glaubens durch den Nationalsozialismus widersprachen. Bonhoeffer habe gegen den Antisemitismus und Nationalismus der "Deutschen Christen" gekämpft. Kauder: "Von Bonhoeffer können wir lernen, nicht wegzuschauen, wenn Demokratie und christliche Überzeugungen verächtlich gemacht werden." Der Theologe sei ein streitbarer, kämpferischer Mensch mit einer tiefen christlichen Gläubigkeit gewesen. Während seiner Widerstandszeit im Dritten Reich habe er bewegende Glaubenszeugnisse formuliert. Der Politiker lobte auch die "Kraft der Sprache" der Biografie, die man nicht einfach weglegen könne.

Bonhoeffer war theologisch nicht liberal

Der Autor Metaxas sagte, sein Anliegen sei es gewesen, der jungen Generation einen neuen Zugang zu einer der größten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zu schaffen. Ihn beeindrucke der Mut, mit dem Bonhoeffer gegen den Nationalsozialismus gekämpft habe. Zudem sei er überrascht davon, dass der Theologe - anders als oft behauptet - theologisch weder liberal noch nachchristlich humanistisch gewesen sei. Vielmehr sei Bonhoeffers Glaube mit der Zeit immer stärker und in der Bibel fundierter geworden.
Bonhoeffer spielte eine maßgebliche Rolle in der Bekennenden Kirche. Ab 1935 leitete er deren Predigerseminar in Finkenwalde (Pommern), das von den Nazis 1937 geschlossen und dann illegal bis 1940 weiter betrieben wurde. Ab etwa 1938 schloss sich Bonhoeffer dem Widerstand um den Admiral Wilhelm Franz Canaris (1887-1945) an. 1940 erhielt der Theologe Rede- und 1941 Schreibverbot. Am 5. April 1943 wurde er verhaftet und zwei Jahre später auf Befehl Adolf Hitlers im Konzentrationslager Flossenbürg (Oberpfalz) hingerichtet.
Eric Metaxas wurde 1963 in New York City geboren. Der Sohn zweier Einwanderer hat deutschgriechische Wurzeln. Er studierte an der renommierten Yale University und arbeitet als Journalist u. a. für die New York Times und CNN. Nach seiner erfolgreichen Biografie über William Wilberforce's Kampf gegen die Sklaverei stürmte auch "Bonhoeffer" die "New York Times"-Bestsellerliste.(idea/edp)


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