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Bei der Sterbebegleitung sind Ehrenamtliche unverzichtbar

("Adventisten heute"-Aktuell, 13.3.2015) Menschen mit der Hoffnung auf ein ewiges Leben sterben in der Regel leichter als solche, die diese Sicht nicht teilen. Das sagte hessen-nassauische Hospizpfarrerin Beate Jung-Henkel (Rüdesheim) der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Allerdings gebe es auch "tief gläubige Menschen, die sehr schwer sterben". Jung-Henkel ist Krankenhausseelsorgerin in Rüdesheim und arbeitet in der Arbeitsgemeinschaft Hospiz in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau mit. In ihr sind 31 Hospizgruppen mit über 500 Mitarbeitern zusammengeschlossen.
Wie die Pfarrerin sagte, will sie am Sterbebett nicht missionarisch tätig sein. Doch immer wieder habe sie es erlebt, dass Sterbende sie gefragt hätten, worauf sie angesichts ihres Lebensendes ihre Hoffnung setzten können: "Ich erzähle dann, was mir Hoffnung und Zuversicht gibt. Hier biete ich biblische Bilder und Texte an, die oft als tröstlich und tragfähig erfahren werden." In den ökumenisch geprägten Hospizgruppen der Arbeitsgemeinschaft seien ausschließlich Christen tätig, sagte sie. Aber sie kümmerten sich auch darum, dass Muslime in Frieden sterben können. Auf Wunsch vermittele man Kontakt zu islamischen Geistlichen.

Gegen unbegrenzte Gründung von Hospizen

Anlass für das Gespräch waren die Arnoldshainer Hospiztage. Bei der zum 25. Mal ausgerichteten Konferenz in Schmitten-Arnoldshain (Taunus) beschäftigten sich 130 Ehrenamtliche, Pflegekräfte, Ärzte und Seelsorger unter dem Motto "Zwischen Schicksal und Hoffnung" über aktuelle Entwicklungen bei der Begleitung Sterbender. Jung-Henkel hob dabei die Bedeutung des Dienstes der ehrenamtlichen Hospizmitarbeiter hervor. "Sie bringen die Welt in die Krankenzimmer, sie erzählen und hören zu, ohne auf die Uhr zu sehen. Das ist nicht von Professionellen zu leisten", sagte die 58-Jährige.
Dabei warnte sie vor einer Vereinnahmung der Hospizidee durch Experten und vor einer "Ökonomisierung". Die Schmerzmediziner, Pflegefachleute, Sozialpädagogen oder Psychologen sollten nicht meinen, sie seien unbedingt nötig, um Menschen ein gutes Sterben zu ermöglichen. Nicht selten sorgten sie für große Unruhe. Jung-Henkel rief auch dazu auf, nicht unbegrenzt stationäre Hospize zu gründen, "weil das Angebot die Nachfrage erhöht". Stationäre Hospize würden zwar in allen Regionen gebraucht, weil es immer mehr Alleinstehende gebe. Die meisten Menschen wollten aber zu Hause im Kreise ihrer Familien sterben. Deswegen gelte auch bei der Sterbebegleitung der Grundsatz "ambulant vor stationär". Wie sie weiter erläuterte, sind die in Hessen-Nassau tätigen Hospizhelfer mit ihrem ehrenamtlichen Dienst sehr zufrieden. Es gebe genügend Interessenten. Sie durchliefen eine standardisierte Ausbildung. Die Pfarrerin: "Viele sagen: Mein Leben ist viel kostbarer geworden, seit ich mich mit dem Sterben beschäftige." In Hessen gibt es 105 Hospizvereine.

Kirchenpräsident: Den Druck von Schwerstkranken nehmen

Der hessen-nassauische Kirchenpräsident Volker Jung (Darmstadt) wandte sich in einem schriftlichen Grußwort gegen eine organisierte Sterbehilfe. Er sehe dann die Gefahr, "dass die Selbsttötung zum Geschäft wird". Es müsse alles getan werden, um zu verhindern, dass auf Schwerstkranke Druck ausgeübt wird, vorzeitig aus dem Leben zu scheiden, "um Angehörigen nicht zur Last zu fallen". Die Stärkung der Palliativmedizin ist nach Jungs Worten "der wichtigste Schutz vor solchen vorschnellen Entscheidungen". (idea)
Hospiz-Einrichtungen des Advent-Wohlfahrtswerkes:



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