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Adventistischer sprachlicher Stilführer in Vorbereitung

(AdventEcho online, 17.4.2009) Während der "Frühjahrssitzung" der Weltkirche der Siebenten-Tags-Adventisten (Generalkonferenz) in Silver Spring (Maryland, USA) befasste sich der Ausschuss für Fragen der adventistischen weltweiten Mission (Global Mission) mit dem "adventistischen Jargon": Weil viele Begriffe und Redewendungen nicht nur veraltet sind, sondern Andersgläubige verletzen können, sollen sie vom Sprachgebrauch gestrichen werden, wenn Adventisten mit Angehörigen anderer Religionen kommunizieren. Um die Delegierten für das Thema zu sensibilisieren, überreichte ihnen Bruce L. Bauer, Vorsitzender der Abteilung Weltmission, einen Entwurf des vorgeschlagenen "Stilführers für die adventistische Mission" (Style-Guide for Seventh-day Adventist Mission).
Dieser Stilführer, der von den adventistischen Studienzentren für Weltreligionen erarbeitet wurde, listet die Begriffe und Redewendungen auf, die beleidigend wirken könnten und deshalb im Gespräch mit Juden, Moslems, Buddhisten und postmodernen Menschen vermieden werden sollen. Nach Bruce L. Bauer benutzten zu viele Adventisten im Gespräch mit den genannten Menschengruppen Predigt- oder Bibelstundenreihen, die ursprünglich für einen anderen kulturellen Rahmen ausgearbeitet wurden, ohne die örtlichen Bedürfnisse oder Gegebenheiten zu berücksichtigen.

"Ungläubige" und "Feldzüge" verpönt

In Gesprächen mit Juden und Muslimen, so schlägt der Stilführer vor, sollten Pastoren und Gemeindeglieder "politisch belastete" Begriffe vermeiden. Wenn man den Mittleren Osten als "Palästina" bezeichnet oder sich auf den Staat Israel bezieht, kann das als Partei ergreifend gedeutet werden. Ebenso sollen Adventisten laut Stilführer vermeiden, die Gemeinde als "geistliches Israel" zu bezeichnen, wenn sie mit Juden sprechen. "Die Gemeinde hat es nicht nötig, Israel seiner Identität zu berauben, um die eigene Existenzberechtigung zu begründen", sagte Bauer. Allgemein beleidigende Begriffe wie "Ungläubiger" oder "Ketzer" sollen nach dem Stilführer nie verwendet werden, wenn man sich auf Personen ohne Kirchenzugehörigkeit bezieht. Auch soll man in Verbindung mit missionarischen Aktivitäten oder Veranstaltungen nicht von "Feldzügen" sprechen, denn dieser Begriff erinnert - besonders Moslems - eher an Krieg und Zerstörung als an Evangelisation.
Obwohl postmoderne Menschen genau genommen keine Glaubensgruppe darstellen, enthält der Stilführer auch diesbezüglich Empfehlungen, so wird beispielsweise davon abgeraten, von "Gottes Willen" in Verbindung mit Tragödien zu sprechen, für die es keine logische Grundlage gibt.
Bevor der Stilführer abgeschlossen und dem Exekutivausschuss der Weltkirchenleitung (Generalkonferenz) zur Freigabe vorgelegt wird, soll es noch in den verschiedenen Studienzentren der Kirche geprüft und überarbeitet werden. (ANN/im-edp)

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