Bestellhotline: 0800 2383680 (kostenlos innerhalb D)
Literatur für ein Leben mit Zukunft
Kauf auf Rechnung möglich | versandkostenfrei ab 50 € (innerhalb D)

Adventisten: Sorgen um Gliederverlust und sinkende Einnahmen

("Adventisten heute"-Aktuell, 16.10.2015) Vom 7. bis 14. Oktober fand in Silver Spring (Maryland, USA) die Jahressitzung des Exekutivausschusses der adventistischen Weltkirchenleitung statt. Die rund 300 Delegierten, Kirchenleiter sowie Laienmitglieder aus der ganzen Welt, befassten sich u. a. mit der Mitgliederentwicklung und mit den Finanzen der Weltkirche.

Hohe Eintritts- und Austrittsrate

Aus den Jahresberichten geht hervor, dass die Kirche Ende Juni knapp 18,8 Millionen Mitglieder zählte. Wie David Trim, Direktor des Büros für Archive, Statistik und Forschung der Weltkirche, ausführte, sei gegenüber Dezember 2014 die Zahl adventistischer Gemeinden und Gruppen weltweit von 148.023 auf 149.850 gestiegen.
Sorgen mache ihm der große Mitgliederverlust. "Die Verluste untergraben die vielen, vielen Kircheneintritte", so Trim. Von 1965 bis Ende 2014 seien global über 33 Millionen Menschen durch die Taufe adventistische Christen geworden, davon hätten aber 13 Millionen die Kirche wieder verlassen - das seien 40 Prozent.

Gründe für das Verlassen der Kirche

In zwei weltweit angelegten Befragungen ehemaliger Adventisten haben diese laut David Trim als Hauptgrund bei anderen Kirchenmitgliedern subjektiv erlebte Heuchelei für das Wegbleiben oder den Kirchenaustritt angegeben. 63 Prozent verließen laut den Studien die Kirche als junge Erwachsene. Weiter Austrittsgründe: Sie hätten sich nach und nach innerlich von der Kirche entfernt; Mangel an Mitgefühl; moralisches Fehlverhalten ihrerseits, sodass sie sich nicht mehr zugehörig fühlten. Viele hätten auch stressige Lebensumstände wie Umzug, Todesfall eines Angehörigen, Heirat oder Scheidung als Gründe angeführt. Vierzig Prozent gaben an, dass sie nach dem Wegbleiben oder Kirchenaustritt von niemandem seitens der Kirche daraufhin angesprochen worden seien.
"Wir müssen es irgendwie gemeinsam schaffen, eine andere Kirche zu werden, die Menschen erreicht und sie spüren lässt, dass sie zu uns gehören", sagte Pastor Michael Ryan, ehemaliger allgemeiner Vizepräsident der Weltkirchenleitung.

Finanzbericht: Sinkende Einnahmen

Aus den Jahresberichten geht ebenfalls hervor, dass für die Weltkirchenleitung per Ende September 67,5 Millionen US-Dollar eingegangen sind, zwei Millionen Dollar weniger als im Vorjahr.
Es sei unklar, so Pastor Juan R. Prestol-PuesÃḂn, der neugewählte Leiter der Finanzabteilung der Weltkirchenleitung, ob 2015 genügend "Zehntengelder" (zehn Prozent des Einkommens), freiwillige Gaben und andere Einnahmen eingehen werden, um das Budget der Weltkirchenleitung zu erreichen. Per Ende September seien 67,5 Millionen US-Dollar eingegangen, zwei Millionen Dollar weniger als im Vorjahr.
Prestol-PuesÃḂn zeigte den Delegierten in einem Schnellkurs auf, wie die Weltwirtschaft die Finanzen der Weltkirche beeinflussen. Es habe 2015 einen Zeitpunkt gegeben, an dem der Aktienindex in den USA um 12 Prozent, in Europa um 21 Prozent und in Japan um 20 Prozent gefallen sei. Gleichzeitig habe der Wert des US-Dollars gegenüber anderen wichtigen Währungen gestiegen, weil Investoren US-Dollar als sichere Währung gekauft hätten. Für die Finanzabteilung der Weltkirche sei dies eine schwierige Zeit gewesen, da sie zwar in US-Dollar arbeite, aber 53 Prozent der Einnahmen aus anderen Währungen stammten, die zwischenzeitlich weniger wert gewesen seien.
"Das Zusammenspiel von Schwächung der Finanzmärkte, der Stärke des US-Dollars und der wirtschaftlichen Situation in Ländern, die für unsere Einnahmen wichtig sind, deuten auf das Szenario eines aufkommenden Sturms hin", sagte Prestol-PuesÃḂn.
Weitere Themen dieser Jahressitzung waren u. a. der Umgang mit kulturellen Unterschieden und ein Aufruf zur Einheit in Sachen Frauenordination. (APD)

Passende Artikel
Kommentare

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Die Datenschutzbestimmungen habe ich zur Kenntnis genommen